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Schriftliche Kommunikation

28.02.2016

Achtung, Sarkasmus! Wie Sie Ironie am besten kennzeichnen

Quasi jede Gefühlsregung ist schon in ein kleines gelbes Gesicht übersetzt worden.
Bild: Archiv

Englische Forscher haben eine Schwäche der schriftlichen Kommunikation untersucht: Den Sarkasmus. Wie Nachrichtenschreiber Ironie am besten signalisieren sollten.

Das Smartphone ist Fluch und Segen in einem Gerät. Es erleichtert vieles und macht manches noch komplizierter – Kommunikation zum Beispiel. Es ist einfacher, kurz eine Nachricht zu schicken, wenn es länger dauert, als anzurufen. Aber einen Nachteil hat die Schreiberei auch: Man weiß nie wirklich, wie der Sender seine Nachricht gemeint hat. Verbirgt sich hinter: „Schickes Outfit heute“ ein Lob oder ist das sarkastisch gemeint und man sieht unmöglich aus?

In einem Gespräch klärt das der Tonfall des Gegenübers, aber aus den Buchstaben lassen sich Hintergedanken schlecht herausinterpretieren. Doch zum Glück gibt es Smileys oder – wie sie heute heißen – Emojis. Denn quasi jede Gefühlsregung ist schon in ein kleines gelbes Gesicht übersetzt worden. Auch das Online-Netzwerk Facebook hat jüngst Alternativen zum klassischen „Gefällt mir“-Button eingeführt. Nutzer haben schon länger darauf gewartet. Aber helfen solche Emojis wirklich, um Sarkasmus und Ironie zu übermitteln?

Drei Auslassungspunkte oder ;) deuten auf Sarkasmus hin

Das haben sich auch Psychologen der Universität Nottingham in England gefragt und es an Studenten ausprobiert. Sie wollten wissen: Wann stufen die Studenten eine Nachricht als sarkastisch ein und wie fühlen sie sich danach? Dazu mussten die Probanden Nachrichten bewerten, die entweder mit einem Zwinker-Smiley ;), drei Auslassungspunkten…oder einem einfachen Punkt endeten. Die Nachricht konnte positiv formuliert sein wie: „Dein Vortrag war so interessant“. Oder sie war negativ formuliert, also: „Dein Vortrag war so langweilig“.

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Aus dem Ergebnis der Studie, die im Quarterly Journal of Experimental Psychology veröffentlicht wurde, kann jeder Nachrichtenschreiber etwas lernen. Nämlich: Wenn sich aus dem Zusammenhang in der Nachricht nicht ergibt, ob eine Botschaft ernst oder sarkastisch gemeint ist, helfen ein ;) oder die drei Auslassungspunkte, um dem Empfänger klar zu machen: Das ist Sarkasmus. Ist etwas allerdings eindeutig ernst gemeint, sollte man den Zwinker-Smiley und auch die Auslassungspunkte lieber weglassen. Denn mit ihnen haben die Probanden auch ernste Nachrichten eher als sarkastisch empfunden.

Die Untersuchung der britischen Wissenschaftler zeigt aber noch etwas anderes: Sarkastisch formulierte Kritik wird vom Empfänger meist als weniger schlimm empfunden. Möchte man jemanden also sagen, dass er nicht besonders fit ausschaut, schreibt man besser: „Na, heute wieder besonders wach ;)“ statt „Mensch, siehst du müde aus“. Formuliert man hingegen ein Lob sarkastisch, wird auch das als weniger positiv empfunden. „Schickes Outfit“ kommt beim Empfänger also besser an als: „Siehst du heute wieder hässlich aus ;)“.

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