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Afghanistan
02.04.2018

Viele Tote bei Luftangriff auf Koranschule der Taliban

Bis zu 60 Menschen wurden bei einem Luftangriff in der Nordprovinz Kundus getötet.
Foto: Maurizio Gambarini/Archiv/Illustration, dpa (Symbolbild)

Bis zu 60 Menschen wurden nach ersten Angaben bei einem mutmaßlichen Angriff der afghanischen Luftwaffe auf ein Talibantreffen in der Provinz Kundus getötet.

Bei einem mutmaßlichen Angriff der afghanischen Luftwaffe auf ein Talibantreffen in der Nordprovinz Kundus sind nach ersten Angaben bis zu 60 Menschen getötet worden. Ein Mitglied des Provinzrats, Mohammad Dschawad Maulawi Abdullah, sagte am Montag, der Angriff habe die Koranschule Maulawi Gudschur Madrassa im Bezirk Dascht-e Artschi getroffen. "Da war eine Feierlichkeit im Gange, eine Koran-Rezitation", sagte Adullah. "Eine Menge Taliban waren da und auch Zivilisten." Seines Wissens nach seien 50 bis 60 Taliban ums Leben gekommen. Zu der Zahl getöteter Zivilisten könne er noch nichts sagen. Tolo TV berichtete von mindestens 25 Toten und Verletzten.

Luftangriff: Hoher Talibanbeamter wohl zu Treffen erschienen

Der Sender Killid berichtete unter Berufung auf den Polizeisprecher, dass auch ein hoher Talibanbeamter aus der sogenannten Quetta-Schura, einem Leitungsgremium der Taliban in Pakistan, zu dem Treffen erschienen sei. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Pajhwok wurden mindestens 20 Verletzte in eine örtliche Klinik eingeliefert. 

Der Luftangriff habe gegen 11 Uhr begonnen. Zu dem Zeitpunkt seien dort mehr als 200 Menschen gewesen, hieß es in afghanischen Medien. Dascht-e Artschi ist einer der am heftigsten umkämpften Bezirke in Kundus, wo bis 2013 noch die Bundeswehr stationiert war. Die Provinz ist zusammen mit der Südprovinz Helmand ein Hauptziel der Taliban, die die Provinzhauptstadt 2016 einmal für fast zwei Wochen in ihrer Gewalt hatten und sie 2017 noch einmal zu überrennen versucht hatten.

Örtliche Regierungsbeamte gingen zunächst nicht an ihr Telefon. Am frühen Abend schalten die Mobiltelefon-Provider unter Zwang der Taliban die Netze ab. (dpa)

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