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Afghanistan
12.08.2018

Zu Unrecht abgeschobener Asylbewerber zurück in Deutschland

Der junge Afghane kam am Flughafen Berlin Tegel an.
Foto: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)

Der 20-Jähriger Afghane, der trotz laufenden Verfahrens aus Deutschland abgeschoben wurde, ist zurück in Berlin. Unklar ist, ob er dauerhaft bleiben darf.

Der zu Unrecht aus Neubrandenburg abgeschobene afghanische Asylbewerber ist zurück in Deutschland. Der 20-Jährige landete am Sonntagnachmittag um 14.16 Uhr an Bord einer Maschine auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. Eine Mitarbeiterin seiner Anwältin habe ihn in Empfang genommen. Er soll sich nun am Montag bei der Ausländerbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte melden.

Nasibullah S., der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die Anfang Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt und sollte noch vor Gericht angehört werden. Sein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Greifswald wird nun voraussichtlich im September fortgeführt.  

"Ich freue mich, wieder in Deutschland zu sein. Ich hoffe, dass ich hier bleiben darf, und ich danke für die große Unterstützung", sagte Nasibullah S. kurz nach seiner Ankunft in Berlin dem Norddeutschen Rundfunk. Nach Informationen des Senders machte er sich kurz darauf auf den Weg in die Asylbewerberunterkunft in Neubrandenburg, in der er schon vor seiner Abschiebung gelebt hatte. 

Behörden hatten den afghansichen Asylbewerber verwechselt

Die Behörden hatten den jungen Afghanen verwechselt und so trotz eines laufenden Verfahrens für seine Abschiebung gesorgt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte in dem Fall .  Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte das Amt die Identität des Mannes falsch zugeordnet. 

Seehofer selbst hatte die Abschiebung seinerzeit mit den Worten kommentiert: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war." Später wurde bekannt, dass sich einer der Abgeschobenen in Kabul erhängte. Für die flapsige Bemerkung steckte Seehofer viel Kritik ein, die er aber als unpassend zurückwies. 

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Nach dpa-Informationen sorgte das Auswärtige Amt zunächst dafür, dass der Mann nahe Kabul sicher untergebracht wurde. Von dort wurde er am vergangenen Mittwoch in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gebracht, wo er ein Visum für die Weiterreise nach Deutschland erhielt. Über Istanbul kam er nun nach Deutschland. (dpa)

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