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Amoklauf
02.10.2018

Ein Jahr nach Massaker von Las Vegas: Die Frage nach dem Warum

Ein Jahr nach dem Massaker in Las Vegas, bei dem Stephen Paddock 58 Menschen erschoss, ist das Motiv des Attentäters noch immer unklar.
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Ein Jahr nach dem Massaker in Las Vegas, bei dem Stephen Paddock 58 Menschen erschoss, ist das Motiv des Attentäters noch immer unklar.
Foto: Mark Ralston, dpa

Stephen Paddock erschießt am 1. Oktober 2017 58 Menschen aus einem Hotel in Las Vegas. Was wir ein Jahr später über die Tat wissen - und was nicht.

58 Tauben flattern in den Himmel über Las Vegas. Sie stehen für die 58 Menschen, die Stephen Paddock vor einem Jahr erschoss. Aus einer Suite des Hotels "Mandala Bay" feuerte der 64-Jährige mit halbautomatischen Waffen auf Besucher eines Freiluftkonzertes. Es ist einer der schwerwiegendsten Massenmorde der USA seit den Terroranschlägen von 2001.

Warum hat Stephen Paddock gemordet?

Auch ein Jahr nach dem Massaker können die Ermittler das Warum nicht klären. Zu untypisch ist sein Profil. Zwar war sein Vater ein Bankräuber und galt nach einem Gefängnisausbruch zeitweise als einer der meistgesuchten Kriminellen der USA. Aber sonst? Paddock arbeitet bei der Post, später im Finanzamt und als Buchhalter. Sein Vermögen, das ihm sein notorisches Zocken mit hohen Einsätzen ermöglichte, brachten ihm Immobilien. Die Zimmer in den Hotels in Las Vegas bekommt er als Stammgast häufig kostenlos. Der Täter hinterließ keinen Abschiedsbrief, zudem hatte er kaum Freunde. Die Ermittler fanden auch keine Hinweise auf eine politische Radikalisierung. Das Motiv Paddocks bleibt also womöglich für immer ungeklärt.

Stephen Paddock hat in Las Vegas 58 Menschen und sich selbst getötet.
Foto: Courtesy of Eric Paddock, dpa

Wie ist der Täter vorgegangen?

Eine Kurzschlusshandlung war es jedenfalls nicht. Munition und Waffen, die sich der Täter legal beim Händler besorgt hatte, schleppte er tagelang in seine beiden angemieteten Zimmer. Ein Mitarbeiter des Hotels schöpfte Verdacht, wurde daraufhin jedoch angeschossen. Paddock hatte sogar Kameras installiert, um die Bewegungen im Flur vor seinem Zimmer verfolgen zu können. Paddock wollte möglichst großen Schaden anrichten. Zehn Minuten feuerte er ununterbrochen in die Menschenmenge, die ein Countrymusik-Konzert besuchte. 1100 Kugeln verließen dabei seine Waffen. 58 Leben löschte der Täter aus, 851 weitere Menschen verwundete er. Bevor die Polizei seine Zimmer im 32. Stock des Hotels stürmte, erschoss sich Paddock selbst. Schockierende Bilder der Tat gingen um die ganze Welt.

Welche Rolle spielte seine Lebensgefährtin?

Marilou Danley, die damalige Freundin des Täters, wurde kurz nach dem Massaker vom FBI befragt. Sie gab an, nichts vom Plan des 64-Jährigen mitbekommen zu haben. Lediglich im Schlaf habe es gegen Ende seines Lebens ein paar Auffälligkeiten gegeben. So habe er häufiger gestöhnt und geredet, sagte Danley. Während Paddock um sich schoss, weilte seine Lebensgefährtin am anderen Ende der Welt. Wenn sie über Danley reden, sprechen Bekannte von einer großartigen Nachbarin. Ermittler erhofften sich von Danley den Schlüssel zur Aufklärung der Bluttat. Doch wirklich Licht ins Dunkel brachte auch die heute 63-Jährige nicht.

Was hat sich seitdem verändert?

Groß war der Schrei nach strengeren Waffengesetzen - wieder einmal. Geändert hat sich fast nichts. In 40 der 50 Bundesstaaten wurden nicht einmal die von Paddock genutzten Bump Stocks verboten. Diese kleinen Vorrichtungen führen dazu, dass halb-automatische Waffe zum Maschinengewehr werden und somit das Verbot vollautomatischer Schusswaffen umgehen. Tote durch Schusswaffen gibt es in den USA täglich. In den Innenstädten der großen Städte sterben jeden Monat Hunderte Menschen durch Kugeln. Doch die Einstellung zu Waffen verändert das in weiten Teilen der USA nicht. Die Waffenlobby-Organisation NRA (National Rifle Association) nutzt ihre Macht, um strengere Gesetze zu verhindern. (mit dpa)

59 Menschen sind beim Anschlag in Las Vegas getötet worden. Am Tag nach dem schlimmsten derartigen Angriff der US-Geschichte trauert das Land - und erste Proteste regen sich.
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59 Tote nach Schüssen in Las Vegas: Amerika trauert - und demonstriert
Foto: dpa/afp
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