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Live-Interview

30.01.2019

Anne Will: "Neue Fälle sind mir nicht bekannt"

Anne Will bei der Veranstaltung "Augsburger Allgemeine Live".
Bild: Silvio Wyszengrad

Aussagen von Anne Will zur #MeToo-Debatte haben für Diskussionen gesorgt. Die Moderatorin bedauert, sich falsch ausgedrückt zu haben – und lobt den NDR.

Das Schöne an unserem neuen Veranstaltungsformat "Augsburger Allgemeine Live" ist, dass unsere Leserinnen und Leser buchstäblich Journalismus zum Anfassen erleben – und in Echtzeit miterleben, wie hochrangige Persönlichkeiten ohne Trapez und doppelten Boden Fragen beantworten müssen, gestellt auch von unseren Leserinnen und Lesern.

Das hat ganz viel Charme, wie beim höchst charmanten Besuch von TV-Moderatorin Anne Will am Montagabend. Will begeisterte einen restlos ausverkauften Saal im Textil- und Industriemuseum. Offen, ehrlich, witzig und authentisch beantwortete sie, wie das so ist mit Lungenfachärzten im Fernsehen, weshalb das Radio ihre erste große Liebe war – und was genau die "Schraubstock-Technik" beim Fragen ist.

Anne Will: NDR geht einen vorbildlichen Weg

Doch zeigte der Abend auch, dass die Live-Erfahrung bisweilen Fallstricke haben kann, wer wüsste das besser als eine so erfahrene TV-Moderatorin? Auf die Frage nach ihren Gedanken zur #MeToo-Debatte und deren Aufarbeitung in der deutschen Fernsehlandschaft, redete Will offen über eigene schlechte Erfahrungen als Journalistin, erklärte das Problem für keinesfalls gelöst – und sprach, im Präsens, auch davon, dass es auch bei ihrem Haussender NDR noch immer gelegentlich Volontärinnen gebe, die über negative Erlebnisse berichteten.

Das sorgte für Aufsehen. Was im Eifer des Live-Austauschs dazu aber verloren ging, war der Kontext. Denn Will wollte über die Vergangenheit sprechen, nicht über die Gegenwart, in der sie dem NDR tolle Aufarbeitungs- und Präventionsarbeit bescheinigt. Will sagte am Mittwoch: "Dass es nach wie vor Fälle sexueller Belästigung in allen Gesellschaftsbereichen, befürchtungsweise auch in Fernsehsendern gibt, das bleibt leider wahr. Entscheidend ist, wie mit Vorwürfen sexueller Belästigung umgegangen wird. Und hier geht gerade der NDR – und hier habe ich mich komplett falsch ausgedrückt – einen, wie ich finde, vorbildlichen Weg. Dazu gehört auch, dass gerade die Volontärinnen und Volontäre des NDR beim Aufkommen der #MeToo-Debatte einen Film über ihre eigenen Erfahrungen haben machen können, den der NDR in seinem Medienmagazin ZAPP auch genauso veröffentlicht hat. Das fand ich klasse. Und von diesen Erlebnissen haben die Volontärinnen damals auch mir erzählt, aber eben auch von dem souveränen Umgang des NDR damit. Und das habe ich gemeint, aber leider nicht so gesagt. Neue Fälle sind mir nicht bekannt.“

Sprecher: "NDR zeigt seit Beginn der #MeToo-Debatte deutlich Flagge"

Auch NDR-Sprecher Martin Gartzke äußerte sich: "Sexuelle Belästigung ist kein Phänomen, das nur in einzelnen Sendern oder Unternehmen auftritt, sondern ein gesellschaftliches Problem. Sexueller Belästigung entgegenzutreten, wo immer sie auftritt, bleibt eine Daueraufgabe. Der NDR zeigt hier seit Beginn der #MeToo-Debatte deutlich Flagge und hat eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen. Unter anderem ist das Thema jetzt auch Teil der Volontärsausbildung und der Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gibt eine Vielzahl von Vertrauenspersonen, an die sich Betroffene wenden können, damit mögliche Missstände schnell und effektiv abgestellt werden können." (AZ)

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.01.2019

Wer bezahlt eigentlich so eine wie Anne Will? Wahrscheinlich die Steuerzahler & die Rundfunkgebührenzahler! Aber das wollen die meisten ja gar nicht. Ergo: Leben wir in einer Demokratie, Diktatur oder Demokratur?

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