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21.04.2019

Anschläge in Sri Lanka: "Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen"

Eine ältere Frau wird in der Nähe des Explosionsort in St. Anthony's Shrine in Colombo gestützt und in Sicherheit gebracht.
Bild: Eranga Jayawardena/AP (dpa)

Mindestens 207 Menschen sind bei Anschlägen in Sri Lanka gestorben. Die Angriffe stießen weltweit auf Entsetzen. Reaktionen von Staats- und Regierungschefs.

Bei einer verheerenden Anschlagsserie auf christliche Kirchen und Hotels sind am Ostersonntag in Sri Lanka mindestens 207 Menschen ums Leben gekommen - darunter auch zwölf Ausländer.

Nach offiziellen Angaben gab es bei den koordinierten Explosionen außerdem mehr als 500 Verletzte. Insgesamt wurden mindestens acht Detonationen gemeldet - darunter drei in Kirchen und drei weitere in Luxushotels. Die Angriffsserie stieß weltweit auf Entsetzen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte dem Präsidenten Sri Lankas und schrieb: "Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden."

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Kanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Kondolenztelegramm: "Es ist schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren." Sie fügte hinzu: "Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen."

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einem "grausamen und zynischen Verbrechen".

US-Präsident Donald Trump sprach den Menschen des Inselstaats sein Mitgefühl aus. Er bot in einer Nachricht auf Twitter zugleich die Unterstützung der USA an. "Wir stehen bereit, um zu helfen", schrieb der US-Präsident am Sonntag. Er sprach von "schrecklichen Terrorattacken".

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Anschläge in Sri Lanka "aufs Schärfste" verurteilt. "Tiefe Trauer nach den Terroranschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka", schrieb Macron am Sonntag auf Twitter. Es handele sich um "abscheuliche Taten". Er sprach den Menschen in Sri Lanka seine Solidarität aus. Die Gedanken seien an diesem Ostertag bei allen Angehörigen der Opfer.

Papst Franziskus hat am Ostersonntag ebenfalls der Opfer der "schweren Attentate" in Sri Lanka gedacht. Er habe die Nachricht über die Anschlagsserie "mit Trauer und Schmerz" vernommen, sagte der Pontifex vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. "Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern von so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken." Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einem "dramatischen Ereignis". 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx schrieb an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando "In diesem Moment grausamen Blutvergießens, in dem die Freude über das Osterfest getrübt wird, übermittle ich Ihnen unsere Solidarität und vor allem unser Gebet: Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen. Daran glauben wir, gerade an Ostern."

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm:"Ich denke an die Menschen in Sri Lanka, die weinen wie Maria am Grab Jesu. (...) Auch die schlimmste Gewalt wird uns nicht dazu bringen, vor dem Hass zu kapitulieren. Gerade jetzt gilt: Christus ist auferstanden und nimmt alle Opfer von Hass und Gewalt mit ins neue Leben."

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker reagierte bestürzt. Mit Entsetzen und Trauer habe er von der Tat erfahren. "Ich spreche den Familien der Opfer, die sich zu einem friedlichen Gottesdienst versammelt hatten oder kamen, um dieses wunderschöne Land zu besuchen, mein Beileid aus", schrieb Juncker am Sonntag auf Twitter. "Wir sind bereit zu helfen."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schrieb: "Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit."

Auf Twitter schrieb Italiens Premierminister Giuseppe Conte: "Die Nachricht der Attentate in Sri Lanka auf Kirchen, Gläubige und Touristen am Ostersonntag lässt mich betrübt und aufrichtig besorgt zurück, angesichts dieses neuen Ausdrucks des Hasses."

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez twitterte: Der Tod "Dutzender Menschen, die Ostern feierten, bringt uns zum Weinen".

Die britische Premierministerin Theresa May forderte: "Wir müssen zusammenhalten und sicherstellen, dass niemand seinen Glauben in Furcht praktizieren muss." (dpa/AZ)

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