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Bottrop und Essen

02.01.2019

Anschlag mit Auto: Fahrer wegen versuchten Mordes in U-Haft

Ein Autofahrer hat in Bottrop (Nordrhein-Westfalen) in der Silvesternacht seinen Wagen in eine Fußgängergruppe gesteuert und mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt.
Bild: Marcel Kusch, dpa

Aus Fremdenhass soll im Ruhrgebiet ein 50-Jähriger mehrfach mit einem Auto in Menschengruppen gefahren sein. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Nach der Attacke auf feiernde Passanten im Ruhrgebiet ist gegen den 50 Jahre alten Autofahrer Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes erlassen worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der Mann soll seinen Wagen in der Silvesternacht auf seiner Fahrt in Bottrop und in Essen aus Fremdenhass mehrfach auf feiernde Menschen zugesteuert haben. Dabei verletzte er insgesamt acht Menschen, die meisten aus Syrien und Afghanistan

Bottrop: Polizei spricht von "gezieltem Anschlag"

Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag". Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter aus fremdenfeindlichen Motiven handelte und unter psychischen Problemen leidet. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte nach den ersten Vernehmungen: "Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten." 

Laut Reul haben die Sicherheitsbehörden derzeit keine Hinweise darauf, dass der Mann - ein Deutscher aus Essen - Verbindungen in die rechtsextreme Szene hat. Ob der 50-Jährige in der Zwischenzeit ein Geständnis abgelegt oder sich zu seinem Motiv geäußert habe, wollte die Staatsanwaltschaft Essen am Mittwoch nicht sagen. 

Nach Spiegel-Informationen soll der Mann in seiner Vernehmung gesagt haben, die vielen Ausländer seien ein Problem für Deutschland, das er lösen wolle. Demnach soll er nach ersten Erkenntnissen der Ermittler eine schizophrene Erkrankung haben. Der Mann sei in der Vergangenheit mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen werden, berichtete das Nachrichtenmagazin. 

Mindestens vier Menschen waren bei der Fahrt in der Silvesternacht in Bottrop und Essen verletzt worden, darunter eine Frau mit schweren Verletzungen.
Bild: Marcel Kusch, dpa

Die Ermittler gaben an, dass sie "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers" hätten. Er sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es. Reul zufolge war der Mann in der Vergangenheit in Behandlung. Es sehe so aus, dass er "aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat", sagte der Innenminister im WDR

Anschlag in Bottrop: Auch Kinder unter den Verletzten

Die Polizei Münster geht davon aus, dass der Täter in der Silvesternacht - zum Beispiel an beleuchteten Bushaltestellen - gezielt nach Opfern Ausschau gehalten habe. Eines der Opfer wurde schwer verletzt. Unter den Opfern ist eine 46-jährige Frau, ihr Ehemann (48) und ihre Töchter (16 und 27) aus Syrien. Ebenfalls verletzt wurden ein vierjähriger Junge und seine Mutter (29) aus Afghanistan, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien sowie ein 34-jähriger Essener mit türkischen Wurzeln. (dpa/AZ)

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