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Sommer

22.06.2017

Autofahrer aufgepasst: Bei Hitze ist die Unfallgefahr besonders hoch

Puh, was für eine Hitze: Wer sich auf hohe Temperaturen nicht richtig vorbereitet, etwa zu wenig trinkt, riskiert auch die Verkehrssicherheit.
Bild: Christin Klose, dpa

Temperaturen von bis zu 38 Grad machen Autofahrern besonders zu schaffen. Sie werden schneller müde und unkonzentriert. Was kann man dagegen tun? Wir haben Experten gefragt.

Es war heiß, ziemlich heiß, 25 Grad und mehr, als es vor zwei Jahren im Landkreis Augsburg in nur elf Tagen zu drei tödlichen Verkehrsunfällen kam. Es waren kleine Unachtsamkeiten, die zu den tragischen Vorfällen führten: Ein riskantes Manöver, zu hohes Tempo, zu wenig Abstand zum Vorderauto. Unachtsamkeiten, die den Fahrern bei frischem Herbstwetter so möglicherweise nicht passiert wären. Die Familien der Toten dürfte das nicht trösten.

Jetzt ist es wieder heiß, furchtbar heiß, so heiß wie noch nie in diesem Jahr. Auf bis zu 38 Grad steigen die Temperaturen am Donnerstag. Für Autofahrer ist das vor allem eines: eine Belastung - physisch wie psychisch. Jeder siebte Verkehrsunfall mit Verletzten ereigne sich an Sommertagen mit Temperaturen von 25 Grad und mehr, hat der Automobilclub ADAC herausgefunden. Bei Hitze gebe es signifikant mehr Verkehrsunfälle als sonst, bestätigt auch Thomas Rieger vom Polizeipräsidium Schwaben Nord. Woran liegt das? Und wie können sich Autofahrer schützen? Wir haben nachgefragt.

Bei Hitze häufen sich die Fehler bei Autofahrern

Die Sommerhitze mache Autofahrer schneller müde als sonst, erklärt ein ADAC-Sprecher. Die Konzentration lasse nach. Dadurch häuften sich Fahrfehler. Autofahrer missachteten öfter die Vorfahrt, übersähen den Gegenverkehr oder beobachteten vorausfahrende Autos nicht aufmerksam genug. "Steht man bei direkter Sonneneinstrahlung und Hitze längere Zeit im Stau, kann auch der Aggressionspegel steigen", sagt der ADAC-Sprecher. Die Folge: Unfälle würden wahrscheinlicher. Vor allem bei stockendem Verkehr oder an Kreuzungen krache es häufiger, sagt Rieger vom Polizeipräsidium Schwaben-Nord.

Der ADAC rät Autofahrern deshalb, ausreichend Pausen zu machen. Bei langen Reisen sei dies besonders wichtig. Der Automobilclub empfiehlt zudem, pro Tag bis zu drei Liter Wasser, Saftschorle oder Tee zu trinken. Von eiskalten Getränken sollte man dagegen lieber die Finger lassen. "Diese belasten zusätzlich, da der Körper dann damit beschäftigt ist, die kalte Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen", erklärt der Sprecher.

In der Mittagshitze rasten, abends fahren

Reisen sollten Autofahrer möglichst in die Abendstunden verlegen. "In der Mittagshitze empfiehlt es sich dagegen, im Schatten zu rasten - besonders wenn Kinder dabei sind", sagt der ADAC-Sprecher. Zu Nachtfahrten rät der Automobilclub allerdings nicht. "Wenn man diese nicht vermeiden kann, sollte man darauf achten, nur gründlich ausgeruht zu starten", erklärt der Sprecher. "Die Fahrt bei Dunkelheit erfordert vollste Konzentration."

Doch nicht nur am Steuer lauern Gefahren - auch schon beim Einsteigen. Nicht wenige Autos stehen in der prallen Sonne. "Wer keinen schattigen Parkplatz, sollte einen Thermo-Sonnenschutz hinter der Windschutzscheibe anbringen", sagt der ADAC-Sprecher. Andernfalls könnten sich Armaturen und Lenkrad so stark erhitzen, dass man sich beim Anfassen regelrecht verbrennt. Zudem sollte man kontrollieren, wie heiß die Sitzbezüge seien, bevor man einsteige. Na dann, sichere Fahrt!

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