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Terror-Angst

19.01.2016

Beim Fasching auf Spielzeugwaffen und einige Kostüme lieber verzichten?

Beim diesjährigen Kölner Karneval soll wesentlich mehr Polizei eingesetzt werden.
Bild: Symbolbild, Oliver Berg (dpa)

Wegen der Angst vor Anschlägen warnt die Polizei in Köln vor Terroristen-Kostümen und Spielzeugpistolen beim Karneval. Gibt es diese Sorgen auch in der Region?

Lösen Cowboys und Piraten einen Polizeieinsatz beim Karneval aus? Die Polizei in Köln warnt wegen der Angst vor Terror-Anschlägen vor solchen Szenarien. "Wir möchten keine Kostüme verbieten und eine Cowboy-Verkleidung an sich ist natürlich auch kein Problem", sagt Sprecher Christoph Gilles. Dennoch könnten Spielzeugpistolen mit echten Waffen verwechselt werden und so für Missverständnisse mit anderen Feierenden oder Sicherheitskräften führen.

Spielzeugwaffen könnten von der Polizei vor allem aus der Ferne nicht immer sofort als harmlos erkannt werden. Wer Pistolen oder Gewehre aus Plastik mit zum Karneval nehme, müsse zumindest damit rechnen, verstärkt kontrolliert zu werden.

Polizei in Köln: Es müsse nicht gerade ein Dschihadisten-Kostüm sein

Auch bei der Kostüm-Wahl appelliert die Polizei, auf die Terror-Angst Rücksicht zu nehmen. Es müsse nach den Terror-Anschlägen von Paris nicht gerade der Dschihadist als Verkleidung sein. Auf ein Verbot bestimmter Kostüme verzichtet die Polizei aber bewusst. "Wir möchten die Freiheit beim Karneval schließlich nicht einschränken", sagt der Kölner Sprecher Christoph Gilles. Immerhin sei die Terrorgefahr auch nicht erhöht.

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In der Region Augsburg sieht die Polizei das noch gelassener. "Bedenken bei bestimmten Kostümen gibt es bei uns überhaupt nicht", sagt Sprecher Siegfried Hartmann vom Präsidium in Augsburg. Kostüme mit Spielzeugwaffen seien beim Fasching normal und noch nie ein Problem gewesen. Das ändere sich auch in diesem Jahr nicht.

Karneval-Vereine wollen Kostüme oder Spielzeugwaffen nicht verbieten

Karneval-Vereine halten generell wenig über die Diskussion über die richtigen Kostüme. Verbände in Nordrhein-Westfalen lehnen es ab, ihren Mitgliedern dabei Vorschriften zu machen.

Auch der Regionalverband Bayerisch-Schwäbischer-Fastnachtsvereine sieht keinen Bedarf dafür. Präsident Christoph Spies aus Mindelheim sagt: "Sicherheitsvorkehrungen bei Umzügen und anderen Veranstaltungen sind wichtig, aber Probleme durch Kostüme erwarte ich nicht." Stattdessen hoffe er darauf, dass die Menschen wie in jedem Jahr Sorgen und Ängste beim Fasching vergessen könnten.

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