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Frankfurt

09.04.2015

"Benutzen Sie 'Shades of Grey' nicht als Lehrbuch!"

Seit dem Erscheinen des Romans "Fifty Shades of Grey" verzeichnen einschlägige Clubs ein gesteigertes Interesse an ihrem Angebot.
Bild: Boris Roessler, dpa

Wie Sado-Maso geht, lernt man in "Grande Opera". Der Club für bizarre Sexspiele wird zehn Jahre alt. Jetzt gibt es sogar Stadtführungen - Live-Demos im Folterkeller inclusive.

Zum Schluss noch ein paar Sicherheitshinweise für den Nachhauseweg: Kabelbinder und Krawatten zum Fesseln sind keine gute Idee, sagt Nina. Plüschbezogene Handschellen sind Schnickschnack und Rohrstöcke nur was für Profis. Nina trägt eine Korsage aus schwarzem Lackleder, über den halterlosen Strümpfen lange Stiefel mit durchsichtigem Plateauabsatz, ihre Augen sind hinter einer schmalen Maske verborgen.

Nina ist Stammgast im Sado-Maso-Club "Grande Opera". Heute aber ist sie nicht gekommen, um sich auspeitschen zu lassen. Sie führt eine Besuchergruppe durch Bar und Spielzimmer, zu Wagenrädern und Streckbänken. Die Agentur Frankfurter Stadtevents hat den Fetischclub neu im Programm. Die Organsisatoren wollen "Führungen und Events der anderen Art" bieten. In der Rubrik "Kunst und Szene" gibt es bereits eine "Insider-Tour zu den nächtlichen Highlights des Rotlichtviertels" oder eine "Red Light Tour durch Séparées, Nightclubs und in ein Bordell".

Dass nun auch ein SM-Club ins Programm aufgenommen wurde, hat mit dem enormen Erfolg der "Shades of Grey"-Romane zu tun. "Sie lösten quer durch alle gesellschaftlichen Schichten große Aufmerksamkeit aus und rückten eine, bislang als dunkel, bizarr und verrucht geltende Szene ins breite Licht des öffentlichen Interesses", begründen die Veranstalter ihre Wahl. Dass die Führung "Fifty Shades of Frankfurt am Main" heißt, passt, aber auch nicht: Der Club liegt im benachbarten Offenbach.

Zur Premiere im März kamen vor allem Frauen von jung bis alt, meist mit einer oder zwei Freundinnen im Schlepp, wenige Paare, kaum einzelne Männer. Ein seriös wirkender Herr, der durchaus als Bankvorstand durchginge, empfängt die Gäste im Hof einer stillgelegten Fabrik. Er nennt sich Michel Angelo - ein Pseudonym, wie es in dieser Szene üblich ist. Der Club, sagt er, diene der Steigerung der Lust "und damit der Verbesserung der Lebensqualität".

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