1. Startseite
  2. Panorama
  3. Bericht: Lügde-Opfer fühlen sich durch Briefe geoutet

Missbrauchsfall

25.05.2019

Bericht: Lügde-Opfer fühlen sich durch Briefe geoutet

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein.
Bild: Guido Kirchner (dpa)

Im Missbrauchsfall von Lügde fühlen sich Familien von Opfern nach einem Zeitungsbericht durch Post der NRW-Opferschutzbeauftragten geoutet.

Die Briefe trugen den Absender "Opferschutzbeauftragte des Landes NRW". Deshalb hätten sich bisher zwei betroffene Familien bei ihr gemeldet und beschwert, sagte die Opferschutzbeauftragte Elisabeth Auchter-Mainz dem "Westfalen-Blatt" (Samstag). "Eine sagte, jetzt sei die Information in dem Mehrfamilienhaus rum."

Insgesamt habe ihr Büro in den vergangenen Wochen 45 Familien mutmaßlich missbrauchter Kinder angeschrieben. Sie habe nicht damit gerechnet, dass die Erkennbarkeit des Absenders zu Problemen führen könne, sagte Auchter-Mainz. Postzusteller seien zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ein Rechtsanwalt, der vier mutmaßliche Opfer vertritt, sagte der Zeitung, er hätte von einer Opferschutzbeauftragten mehr Fingerspitzengefühl erwartet.

Als Konsequenz werde ihr Büro künftig das Prozedere ändern, kündigte Auchter-Mainz an. "Bei Opfern in kleinen Orten werden wir in Zukunft neutrale Briefumschläge verwenden." In größeren Städten gebe es offenbar kein Problem, denn weder nach der Silvesternacht von Köln noch nach der Amokfahrt von Münster habe es Beschwerden von Opfern gegeben, die sie angeschrieben habe. (dpa)

Bericht des "Westfalen-Blatts"

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei. Eine 31-Jährige hat in Nordrhein-Westfalen vermutlich ihr gerade geborenes Baby in den Müll gelegt. Foto: Monika Skolimowska/Symbolbild
Lübeck

Geiselnahme in Justizvollzugsanstalt Lübeck ist beendet

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden