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Türkei

09.05.2019

Betrüger stehlen Influencern in Antalya die Pässe

Antalya ist bei Urlaubern sehr beliebt. Dort wurde nun eine Gruppe Influencer betrogen.
Bild: Tolga Bozoglu, dpa (Symbol)

Für 20 Influencer entpuppte sich eine Einladung einer Reisegesellschaft als Betrug. Am Flughafen in Antalya wurden ihnen ihre Pässe abgenommen. Die ganze Geschichte.

Am Anfang wirkte wohl alles ganz seriös. Eine Reisegesellschaft schreibt Influencer an und lädt sie zu einem sechstägigen Trip nach Istanbul und Antalya ein - alles kostenlos - mit Übernachtungen in luxuriösen Hotels. Rund 20 Influencer nahmen das Angebot an. Unter ihnen war auch Natalia Osada, bekannt aus "Adam sucht Eva".

Die Influencer flogen, wie Bild berichtet, nach Antalya und wurden dort von einer vermeintlichen Mitarbeiterin der Reisegesellschaft empfangen. Bis dahin habe alles noch normal gewirkt, berichten Teilnehmer, darunter auch eine Influencerin namens "anna ix", die jetzt in einem Blogpost den Vorfall schildert. Am Flughafen wurden alle Pässe der Gäste kontrolliert und einige einbehalten. Angeblich, um noch einmal Informationen zu überprüfen und den Check-in zu beschleunigen.

Vermeintliche Reiseleiterin verschwindet mit den Pässen

Anschließend sollte ein Reisebus die Gruppe ins gebuchte Luxus-Hotel bringen. Wie "anna ix" in ihrem Blogpost schreibt, habe sie sofort ihr Handy-Navi eingeschaltet - um sicher zu gehen. Nachdem der Bus scheinbar in die richtige Richtung fuhr, habe sie das Navi wieder ausgeschaltet und Stories für Instagram aufgenommen. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte. Denn die vermeintliche Reiseleiterin mit den Pässen blieb zurück. Den Influencern sagte sie laut Bild, dass sie noch auf eine letzte Reisegruppe warten und nachkommen würde.

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Statt zum vereinbarten Hotel zu fahren, lud der Busfahrer die Gruppe um Mitternacht im zwei Stunden entfernten Ort Alanya ab. Jetzt wurde langsam klar, dass etwas nicht stimmte. Denn das dortige Hotel wusste von keiner Reservierung. Die vermeintliche Reiseleiterin war nicht mehr zu erreichen.

Influencer erstatten Anzeige und müssen selbst nach Deutschland zurückfliegen

Ohne Informationen und ohne Pässe standen die Influencer in der Türkei. Die Gruppe musste sich ein eigenes Hotel reservieren und selbst Rückflüge nach Deutschland buchen - wie normale Urlauber. Vor Ort erstatteten sie laut "anna ix" direkt Anzeige. Ganze sieben Stunden hätte das gedauert, so die Influencerin. Zusammen reisten die Influencer am nächsten Tag zurück nach Antalya. Alle Telefonnummern des vermeintlichen Reiseveranstalters waren mittlerweile tot.

Von ihrer Geschichte erzählt nicht nur "anna ix". Auch ihre Bekannte Natalia Osada teilte auf Instagram einen Post, in dem sie den Zwischenfall zumindest andeutet. In einem anderen Post schreibt sie: "Ich verarbeite den Schock immer noch und kann es kaum glauben, dass es solche Menschen auf der Welt gibt."

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Meine liebsten, hier ist eins der wenigen Bilder die wir schießen konnten. Ich bin überhaupt glücklich das wir in dieser Situation immer das beste draus gemacht haben, obwohl es definitiv nicht einfach war. Wir waren uns alle fremd bis zu dem Zeitpunkt aber durch diese Situation, sind wir alle zusammen gewachsen und stärker geworden. Ich bin immer noch beeindruckt welche Dynamik unsere Gruppe entwickelt hat... Es ist so wie mit dem Ozean, mal ist er ruhig und gelassen und mal schlägt er Wellen die einem Angst machen können. Wichtig ist, dass man nie aufgibt und immer zusammen hält... Egal was passiert. In diesem Sinne, Wünsche ich allen einen wundervoll Abend, und denkt dran: NIE UNTERKRIEGEN LASSEN!!!! ————————————————————— #vitaminsea #ocean #staystrong #staypositive #positivevibes #positivequotes #nevergiveup #loveyourself #believeinyourself #believe #trustyourself #sticktogether

Ein Beitrag geteilt von Natalia Osada (@nataliaosada) am

Auch die anderen Betroffenen sprechen mittlerweile über die Vorkommnisse - natürlich öffentlichkeitswirksam über ihre Instagram-Accounts.

Was passiert mit den gestohlenen Pässen?

Laut "anna ix" hatten bis auf eine Influencerin alle Teilnehmer auch ihre Personalausweise dabei, so konnten sie problemlos zurück nach Deutschland reisen. Andere blieben noch vor Ort, um "das Beste daraus" zu machen. Ihren Reisepass habe sie in Deutschland direkt als gestohlen gemeldet, um ihn weltweit sperren zu lassen, schreibt die Influencerin in ihrem Post.

Ein deutscher Pass bringt den Banden auf dem Schwarzmarkt laut dem Bild-Artikel viel Geld ein - etwa 2000 bis 7000 Euro. Dagegen waren die Flugtickets von Deutschland in die Türkei ein Schnäppchen für die Reisegesellschaft. (AZ)

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