1. Startseite
  2. Panorama
  3. Brände verwüsten Portugals Mitte

Portugal

18.06.2017

Brände verwüsten Portugals Mitte

Einsatzkräfte, die sich ins Katastrophengebiet vorarbeiteten, stießen auf ausgebrannte Autos mit verkohlten Leichen. Über 60 Menschen sind bei dem Waldbrand gestorben.
Bild: Armando Franca, dpa

Tausende Menschen fliehen vor den Flammen, die sich in Portugal durch ganze Waldgebiete fressen. Die Regierung spricht von einem Horror-Szenario, die Ursache ist wohl schon klar.

Erst im Laufe des Sonntags wird das ganze Ausmaß der Katastrophe klar. Die Feuerwehrmänner, die sich am Morgen zu den von Flammen eingeschlossenen portugiesischen Dörfern im Landesinneren durchkämpfen, sehen Schreckliches: Ausgebrannte Autowracks mit verkohlten Leichen auf den Zufahrtsstraßen; weinende und verletzte Menschen, die sich ihnen entgegen schleppen.

Feuer in Portugal: Mehr als 60 Tote

„Die Gewalt des Feuers war sehr groß“, berichtete Valdemar Alves, Bürgermeister des 2000-Seelen-Ortes Pedrógão Grande. „Für viele Menschen gab es keine Zeit zu entkommen.“ Der Wind sei sehr heftig gewesen, habe immer wieder gewechselt und die Flammenwände gleichzeitig in mehrere Richtungen getrieben. Einige Ortsteile seien „von den Flammen völlig eingekesselt“ worden. Zudem habe es der Zusammenbruch des Telefonnetzes erschwert, die Menschen zu warnen. Bis zum Sonntagabend fanden die Einsatzkräfte mehr als 60 Tote, unter ihnen auch mehrere Feuerwehrleute. Viele Bewohner, die ihre Häuser schützen wollten, erlitten Rauchvergiftungen. Tausende mussten Dörfer und Städte verlassen, viele entkamen dem Flammenmeer, weil sie Retter in Hubschraubern abholten. Am stärksten wütete das Feuer zwischen den drei Dörfern Castanheira de Pêra, Figueiró dos Vinhos und Pedrógão Grande.

Es ist die größte Waldbrand-Katastrophe in Portugal seit Jahrzehnten – und vermutlich eine der schlimmsten Buschfeuer-Tragödien Europas. Ersten Ermittlungen zufolge wurde sie am Samstagmittag in der Nähe von Pedrógão Grande durch einen Blitzeinschlag in einen Baum ausgelöst. Dadurch sei vermutlich der umgebende Wald in Brand gesetzt worden, sagte Portugals Kripo-Chef. Portugals Innenstaatssekretär, der vor Ort die Rettungsarbeiten koordiniert, sprach von einem „Horror-Szenario“. Der sozialistische Regierungschef António Costa kündigte mehrtägige Staatstrauer an.

Mehr als tausend Einsatzkräfte und Soldaten aus dem ganzen Land kämpften auch am Sonntagabend noch gegen die Flammen an – an vier Feuerfronten, die sich durch die Hügellandschaft fraßen. In Portugal herrscht derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius im Schatten. Bereits im vergangenen Jahr gab es schwere Waldbrände im Land der Korkeichen und Eukalyptuswälder. Mehr als tausend Quadratkilometer brannten damals ab.

8 Bilder
Schwerer Waldbrand wütet in Portugal
Bild: Patricia De Melo Moreira, afp
Themen Folgen
Lesen Sie dazu auch
Die Japanerin Nabi Tajima wurde am 4. August 1900 geboren und soll Berichten zufolge mehr als 160 Nachkommen haben. Foto: Kyodo News/AP
Japanerin Nabi Tajima

Ältester Mensch der Welt mit 117 Jahren gestorben

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket