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Britisches Königshaus
09.11.2015

Bitte recht freundlich - Prinz Charles und Camilla in Neuseeland

Very British: Maori-König Tuheitia (links) und der britische Kronprinz Charles trinken Tee.
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Very British: Maori-König Tuheitia (links) und der britische Kronprinz Charles trinken Tee.
Foto: Hagen Hopkins, Imago

Prinz Charles und Camilla reisen durch Neuseeland. Doch nur dank eines Maori-Königs und einer Hummel nimmt die britische Presse davon Notiz. Das ist bedeutender, als mancher meint.

Die Krieger mit ihren Gesichtstätowierungen brüllen, reißen die Augen weit auf – und strecken dem britischen Kronprinzen Charles und seiner Frau Camilla die Zunge heraus. Ganz normal für eine Begrüßungszeremonie neuseeländischer Ureinwohner. Einer der Krieger legt ein Schwert vor den beiden auf den Boden – als Zeichen, dass die Gäste als Freunde empfangen werden. Und dann bekommen Charles und Camilla auch noch Umhänge aus Federschmuck um die Schultern gelegt. Mit Maori-König Tuheitia trinken sie anschließend Tee. Very British.

Prinz Charles, Camilla und die Hummel

Britischen Zeitungen ist das ein paar Zeilen wert. Mehr nicht. Sie halten sich seit Tagen vornehm zurück, was Berichte über die Neuseeland- und Australien-Reise von Charles und Camilla angeht. Es braucht schon Maori-Krieger oder eine Hummel, damit das Paar in der Heimat beachtet wird.

Gerade der Hummel müsste Charles dankbar sein. Hätte seine Frau Camilla die Hummel bei einem Fototermin am Donnerstag nicht mit fächelnder Hand verscheucht, wäre die Hummel dann nicht aufs Jackett des Thronfolgers geflogen, wäre Camilla daraufhin nicht zusammengezuckt und hätte Charles nicht etwas nervös reagiert, was zur allgemeinen Erheiterung der anwesenden Journalisten führte, ja, dann wäre das Paar wohl überhaupt nicht in den Zeitungen gelandet.

Was daran so wichtig sein soll, fragen Sie? Charles und Camilla reisen derzeit durch Neuseeland, ab Dienstag durch Australien. Weitgehend unbemerkt von der Weltpresse; weitgehend ohne dass sie von den Neuseeländern bejubelt würden. Im Vergleich jedenfalls zu Charles’ Sohn Prinz William und seiner Frau Kate. Die hatten im April 2014 die beiden Commonwealth-Länder besucht, um die Werbetrommel für die Monarchie zu rühren. Und die ganze Welt begleitete sie, kommentierte jedes Outfit, jedes Lächeln, jedes Wort. Drei Wochen lang waren die Zeitungen vollgepflastert mit Fotos von William, Kate und ihrem Sohn George. Tausende Fans säumten täglich in Australien und Neuseeland die Straßen und feierten die Royals wie Superstars.

Auch William und Kate sind wichtige Botschafter

Was daran nun so wichtig sein soll? William und Kate tragen mit derartigen Auftritten entscheidend mit dazu bei, dass die Monarchie in ihrem Heimatland so beliebt ist wie selten zuvor. Ihre Auftritte können sich auf vielfältige Weise bezahlt machen – für den Tourismus etwa oder das Image Großbritanniens. Sie sind wichtige Botschafter. Jetzt also reisen Charles und Camilla durch Neuseeland – und das Interesse hält sich in engen Grenzen. Dafür gibt es viele Gründe. Einer ist der Königshaus-Expertin Catherine Mayer zufolge, dass aus dem „ewigen Thronfolger“ Charles nie ein „Prinz der Herzen“ geworden sei.

Zum Abschluss ihrer New-York-Reise besuchten Herzogin Kate und Prinz William das Dinner zum 600. Geburtstag der St. Andrews University im berühmten Metropolitan Museum.
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Kate und William besuchen Gala-Dinner in New York
Foto: dpa

Er habe „zwischen seiner unangreifbaren Mutter und der reizvollen jüngeren Generation einen schweren Stand“, schreibt sie in ihrer Charles-Biografie. Am 14. November feiert der Prince of Wales seinen 67. Geburtstag. Die Briten, so Mayer, lieben ihn nicht, aber hassen ihn auch nicht. Nur: Sie sähen gerne seinen Sohn auf dem Thron.

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