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Coronavirus

24.06.2020

Corona-Ausbruch bei Wiesenhof: Über 1100 Tests geplant

Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten. Mehrere Mitarbeiter des Schlachthofs der PHW-Gruppe (Wiesenhof) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Bild: Sina Schuldt, dpa

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Wiesenhof-Schlachthof in Niedersachsen werden nun alle Mitarbeiter auf das Virus getestet. Über 1100 Menschen sind betroffen.

Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersächsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden. 

Wiesenhof: Alle Mitarbeiter werden erneut auf Corona getestet

Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber "unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt", sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg. "Es muss jetzt sehr schnell gehen." Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

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Betroffen ist ein mehrheitlich zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörender Schlachthof. Das Unternehmen hatte erklärt, in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter testen zu lassen - Anfang Juni hatte es bereits einen ersten Durchlauf gegeben. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter Quarantäne.

Unterdessen forderte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die sofortige Untersuchung aller Beschäftigten in der niedersächsischen Fleischwirtschaft. In Teilen der Branche würden die Hygieneregeln locker gehandhabt, wodurch Leiharbeiter, Werkvertragsarbeiter und Stammbeschäftigte in ihrer Gesundheit bedroht seien, sagte der für Oldenburg und Ostfriesland zuständige NGG-Chef Matthias Brümmer. Bislang lehnt Niedersachsen erneute Reihentests ab.

Corona-Krise in Schlachthöfen: Austausch von Leiharbeitern führt zu "enormen Bedrohungspotenzial"

In den vergangenen Tagen sei es oft zum Austausch von Leiharbeitern und Werkarbeitern gekommen, bei denen niemand die Herkunft erklären könne, erklärte Brümmer. "Da entwickelt sich ein gewaltiges Bedrohungspotenzial, das den Fortbestand einer ganzen Branche gefährdet und die Gesundheit der Bevölkerung mit bedroht."

Die Schlachtkonzerne PHW, Tönnies und Westfleisch hatten angekündigt, zum Jahresende in großem Maße auf die umstrittene Werkarbeit verzichten zu wollen. Die beengten Wohnverhältnisse von Werkarbeitern gelten als Grund dafür, dass sich Krankheitserreger unter Beschäftigten der Branche rasch ausbreiten können. (dpa)

 

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