Newsticker
Labordaten von Biontech: Booster nötig für Schutz vor Omikron
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Corona-Impfung: Langzeitfolgen verstehen viele falsch

Coronavirus
25.10.2021

Experte über Corona-Impfung: Viele verstehen "Langzeitfolgen" falsch

Die steigende Zahl an Corona-Infektionen befeuert die Debatte über Impfungen.
Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Joshua Kimmich fürchtet sich vor etwaigen Langzeitfolgen einer Corona-Impfung. Ein Immunologe erklärt, was es mit der Befürchtung auf sich hat.

Ja, entsprechende Berichte seien korrekt, erklärte Joshua Kimmich nach dem Spiel seines FC Bayern am Samstag gegen Hoffenheim. Er, der Führungsspieler in Verein und Nationalmannschaft, sei noch nicht gegen das Coronavirus geimpft, weil er Bedenken habe wegen fehlender Langzeitstudien, sagte der Fußballprofi und bestätigte damit, was in den vergangenen Tagen die Runde gemacht hatte.

Wie die von Kimmich hören sich derzeit viele Aussagen von Menschen an, die noch mit dem Für und Wider einer Corona-Impfung hadern. Die Impfstoffe seien schnell entwickelt worden, setzten neue Technologien ein und für Langzeitstudien sei einfach keine Zeit geblieben, heißt es oft. Daher fürchteten sich viele davor, was passieren könnte, wenn Biontech, Moderna und AstraZeneca erst einmal ein paar Jahre im Körper unterwegs seien.

Vorbild Kimmich? Menschen fürchten sich vor Langzeitfolgen der Corona-Impfung

Weltweit wurden in den vergangenen Monaten bereits rund 6,84 Milliarden Dosen der Corona-Impfstoffe verabreicht, fast drei Milliarden Menschen sind inzwischen vollständig geimpft. Carsten Watzl, Immunologe und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, sieht darin einen entscheidenden Vorteil: Seltene Nebenwirkungen wie zum Beispiel Sinusvenenthrombosen seien bereits bekannt. Der große Vorteil bei Impfungen gegen das Coronavirus sei, "dass wir diesen Impfstoff in kurzer Zeit bei vielen Menschen angewendet haben".

"Wenn überhaupt sind die Covid-19-Impfstoffe in Bezug auf Langzeitfolgen (seltene Nebenwirkungen) also bereits besser erforscht als andere Impfungen", sagte Watzl am Sonntag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Hätten wir jedes Jahr nur zehn Millionen Impfungen durchgeführt, könnte es sein, dass man Nebenwirkungen erst viel später erkannt hätte", erklärte der Immunologe.

Corona-Impfungen: Immunologe sieht "Missverständnis"

Watzl betonte insbesondere, dass etwaige Nebenwirkungen einer Impfung schon innerhalb weniger Wochen nach der Injektion auftreten, nicht erst Jahre später. "Danach ist die Immunreaktion abgeschlossen und der Impfstoff ist aus dem Körper verschwunden", erläuterte er. Mit Blick auf Kimmichs Angst vor möglichen Langzeitfolgen einer Corona-Impfung spricht Watzl daher von einem "Missverständnis." Er erklärt: "Was offensichtlich viele Menschen unter Langzeitfolgen verstehen, nämlich dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19 Impfung nicht auftreten", sagte Watzl.

Lesen Sie dazu auch

Es sei ausgeschlossen, dass jetzt noch eine häufige Nebenwirkung auftrete, die erst in einem Jahr erkannt werde, schrieb Watzl weiter auf Twitter. "Die Geimpften werden nicht nächstes Jahr alle unfruchtbar und bekommen alle Krebs!" Hingegen seien die möglichen Langzeitfolgen einer Corona-Infektion ziemlich gut bekannt. Daher könne er nicht verstehen, worauf die Menschen noch warten wollen, schrieb Watzl.

 

Watzls Meinung teilt auch der Biochemie-Professor Klaus Cichutek. Er ist der Chef des Paul-Ehrlich-Institutes, das im Auftrag der Bundesregierung für die Überwachung von Impfstoffen und Arzneimitteln zuständig ist. Cichutek sagte dem ZDF: "Generell ist es bei Impfstoffen so, dass die meisten Nebenwirkungen innerhalb weniger Stunden oder Tage auftreten, in seltenen Fällen auch mal nach Wochen. Langzeitnebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt." (AZ/dpa)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

25.10.2021

Jeder Impfskeptiker kann doch froh sein über alle die sich haben Impfen lassen.
Bei momentan ca. 6,8 Milliarden geimpften, und insgesamt ca. 7,9 Milliarden (noch) lebenden Menschen,
ergibt dies einen "Nichtgeimpfen"-Vorteil von 1,1 Milliarden Menschen Weltweit.
Ungeimpfte sind also im Vorteil weil sie ja alles überleben und niemanden haben der ihnen widerspricht.

Permalink
25.10.2021

Wie meinen??...da kann ich Ihnen leider nicht folgen.
Sind jetzt echt schon soviele geimpft?!

Permalink
25.10.2021

Ich erkläre hier mal was zum Thema Risikoabschätzung: ich war ja lange in Kernkraftwerken tätig und kann daher was zum Thema
Risikoabschätzung sagen:
Wenn man sich den Coronaimpfstoff als technisches Gerät vorstellen würde: Dieses technische Gerät würde vom TÜV und
von der Behörde niemals für den Einsatz in Kernkraftwerken oder auch in Flugzeugen freigegeben! SPS-Steuerungen waren
erst 10 Jahre in der Industrie im Einsatz, bevor sie vom TÜV für den Einsatz in Kraftwerks-Hilfsanlagen (z.B. Heizung) freigegeben
wurden!! Das hat schon seinen Grund................

Permalink
25.10.2021

Naja, die Corona-Impfung wurde im millionenfachen Einsatz auch erprobt (an verschiedensten Personengruppen) und genau beobachtet. Und wie in dem Artikel beschrieben ist in biologischen Systemen bei Impfungen jedweder Art keine Nebenreaktion nach >6 Monaten bekannt. Von daher hinkt der Vergleich mit technischen Geräten, bei denen Fehler manchmal erst nach ein paar Jahren z.B. durch Verschleiß oder Korrosion auftritt.

Permalink
25.10.2021

Langzeitfolgen nicht falsch verstanden, sondern nur nicht verstehen wollen!

Permalink
25.10.2021

Hmmm, da muss ich doch spontan an den Zusammenhang mit Pandemrix (eine A/H1N1-In­flu­enzaimpfung) und Narkolepsie denken...

Im September 2009 gegen die (von Drosten&Co befürchtete) "gefährliche Schweinepest-Pandemie" zugelassen. Auf den Seiten des PEI dazu: "Mit der Information der schwedischen Arzneimittelbehörde Läkemedelsverket am 18. August 2010 über Fälle einer Narkolepsie bei Kindern und Jugendlichen nach Pandemrix- Impfung wurde erstmals die Aufmerksamkeit auf einen möglichen Zusammenhang zwischen diesem Impfstoff und der erstmaligen Entwicklung einer Narkolepsie gelenkt."

...und weiter ist dort zu lesen: "Zusammenfassend weisen diese auf ein signifikant erhöhtes Risiko für Narkolepsie nach Pandemrix-Impfung bei Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen verglichen mit gleichaltrigen Nichtgeimpften hin. "

Natürlich kann man jetzt wieder sagen: Schweinegrippe ist nicht Corona - und das stimmt trifft zu - und zwar für alles, was nicht Corona ist :-)

Permalink
25.10.2021

Überschießende Immunreaktionen durch ein falsch programmiertes Immunsystem sind leider Langzeitschäden. Da spielt es eben keine Rolle, dass sich die RNA des Impfstoffs innerhalb weniger Stunden vollständig abgebaut wird. Das Immunsystem darf nicht beliebig aggressiv sein, sondern muss sich im Gleichgewicht befinden. Es ist ziemlich unschön, wenn die T- Zellen die Wände der Blugefäße angreifen und es zu Thrombosen kommt. Wenn angeblich nur einer von einer Million Menschen ernsthafte Nebenwirkungen hat, scheine ich mit drei geschädigten im Bekanntenkreis den Jackpot geknackt zu haben. Warum kann ich nicht auch im Lotto so viel Glück haben?

Permalink
24.10.2021

Dengue-Fieber mit einer Pandemieerkrankung zu vergleichen, entspricht dem Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Dann noch der Versuch mit sogenannten Langzeitfolgen eine Verbindung mit möglichen Covid-19 Impfreaktionen herbeizuführen, zeugt wieder nur von Unwissenheit, was und wie mögliche Impfreaktionen überhaupt sind. Typisch propagandistisch und dilettantisch.

Permalink
24.10.2021

Da es keine Erfahrungen mit Langzeitfolgen der Betroffenen Impfstoffe gibt, kann man hierzu - egal von welcher Seite - auch nur spekulieren.

Ob, welche und wie oft auftreten, wird man erst positiv wissen, wenn entsprechende Zeit vergangen ist.

Permalink
24.10.2021

so,so Nebenwirkungen treten nach Wochen auf, danach nicht mehr:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/84794/Wenn-ein-Dengue-Impfstoff-schwere-Dengue-Erkrankungen-foerdert

Permalink
24.10.2021

Die Aluhutträger sind sich für nichts zu blöde, auch nicht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Dengue-Fieber ist nicht Corona.

Permalink
24.10.2021

Haben Sie den Artikel durchgelesen oder empfohlen bekommen und nach der Überschrift aufgehört?
Ist Covid19 mit dem Dengue-Fieber vergleichbar?
Dann müssten nun geimpfte überproportional die Intensivstationen belegen. Das Gegenteil ist der Fall.
Zudem ist es keine Nebenwirkung der Impfung, sondern die Wirkung. Wie sie sicherlich gelesen haben, ist die erste Infektion mit Dengue ziemlich harmlos. Die Zweitinfektion mit einen anderen Virenstamm kann aber äusserts gefährlich sein. Die Erstinfektion ist die Impfung. Wegen dieser Besonderheit warnt der Hersteller eben vor der Impfung.
Und weißt jetzt die Nebenwirkung?

Permalink
25.10.2021

@Horst M.

Da haben Sie aber ganz tief gegraben, um ein Gegenbeispiel zu finden, das auch nach Jahren Impfnebenwirkungen auftreten können. Bei Dengvaxia mag das stimmen, aber mich würde brennend interessieren, wie Sie nun den Zusammenhang zu den MRNA-Impfstoffen herstellen möchten. Das sind 2 Paar Stiefel.

Sie wissen hoffentlich schon, dass Dengvaxia ein attenuierter Impfstoff ist. Für den Fall, das einige nicht wissen, was Attenuierung bedeutet, reiche ich einen entsprechenden Link nach:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Attenuierung

Es handelt sich um Lebendimpfstoffe. Das Kuriose an der Sache ist, dass Impfstoffe gegen folgende Krankheiten nach dem gleichen Prinzip hergestellt werden:

Influenza
Mumps
Masern
Röteln
Typhus
Gelbfieber
Pocken

Also im Grunde genommen funktionieren die meisten herkömmliche Impfstoffe nach dem Prinzip. Totimpfstoffe, auf die Joshua Kimmich und viele andere warten, werden ähnlich hergestellt.

Im Grunde genommen sagt Ihr Verweis zu Dengvaxia nur das aus, dass Nebenwirkungen auch bei den bewährten Herstellungsmethoden von Impfstoffen auftreten können. Nicht mehr und nicht weniger.

Und jetzt soll mir eine/r bitte mal schlüssig erklären, warum ich diesen Impfstoffen mehr vertrauen soll als MRNA-Impfstoffe.

Ich sehe es ganz pragmatisch. Passieren kann überall etwas. Vor allem bei bewährten Präparaten. Die Beipackzettel sind nicht umsonst dabei. :-)

In diesem Sinne

Permalink
25.10.2021

Auch das hat nichts mit Langzeitfolgen zu tun. Da wird nur beschrieben, dass wenn man das Denguefieber schon mal hatte und dann geimpft wird, eine schwere Impfreaktion folgen kann. Und das auch DIREKT nach der Impfung und nicht erst Jahre später. Ausserdem bin ich fast sicher dass bei diesem Impfstoff mit Lebend- oder Todviren geimpft wird, was bei Corona NICHT der Fall ist. Man bekommt bei der Coronaimpfung keinen Kontakt zum tatsächlichen Virus, sondern man bekommt die Erbinformationen der Proteinhülle des Virus, welches in die Zellen eindringt. Das bedeutet, wenn man mit dem Virus (oder besser gesagt mit seiner Hülle) in Verbindung kommt, der Körper schon die Antikörper produziert hat um die Hülle zu bekämpfen bevor sie in die Zellen eindringen kann. Das ist der notwendige Zeitgewinn um schwerere Verläufe zu verhindern. Deshalb kann es bei Impfungen keine Langzeitfolgen geben, weil der Körper ja immer sofort auf die Impfung ragiert und nicht erst Jahre später.

Permalink
25.10.2021

Leseverständnis: 6
Sinnentnehmendes Lesen: 6
Das vorrücken in die nächste Jahrgangsstufe kann nicht erteilt werden...

Permalink