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Unterhaltung

07.07.2020

Corona-Krise? Nicht in der schönen heilen TV-Welt

Bei den Rosenheim Cops ist Corona kein Thema.
Bild: ZDF

Produzenten haben entschieden, dass Corona in Seifenopern nicht vorkommt. Denn Serien sollen die Zuschauer vom Alltag ablenken können.

Manchmal sind es nur ein Kuss auf die Wange, ein fester Händedruck oder eine herzliche Umarmung, die uns fehlen. Viele Menschen vermissen in der Corona-Krise jedenfalls den ganz normalen Körperkontakt im Alltag. Und viele sind der Viren und der mit ihnen einhergehenden Beschränkungen überdrüssig.

Doch während die Pandemie die Welt in Atem hält, kann man auch eine Pause vor Corona nehmen: zu Hause, vor dem Fernseher. In der schönen heilen Welt der Seifenopern kommt Covid-19 nämlich nicht vor. Und das soll sich auch nicht ändern: Bekannte Serien wollen die Corona-Krise nach einer Umfrage der Deutschen Presseagentur konsequent ignorieren.

Serien sollen die Flucht aus dem Alltag ermöglichen

„Wir haben uns bewusst entschieden, unserem Publikum eine halbe Stunde Auszeit vom Thema Corona zu bieten, und greifen dieses deshalb in „Dahoam is Dahoam“ inhaltlich nicht auf“, heißt es beim Bayerischen Rundfunk über die Erfolgsserie am Vorabend. Ähnlich argumentieren auch andere Sender. Ob bei den „Rosenheim Cops“ in Bayern oder dem „Großstadtrevier“ im hohen Norden, ob bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder beim „Sturm der Liebe“ – Masken, Abstandsgebote oder Menschen in Quarantäne sind dort nicht zu sehen.

Bestätigt wird diese Strategie von Medienexperten: Die Zuschauer wollten aus ihrer realen Welt mit all ihren Beschränkungen flüchten, vermutet Thorsten Hennig-Thurau, Professor für Marketing und Medien an der Universität Münster. Einzig die Lindenstraße, sagt er, habe immer auf aktuelle Ereignisse reagiert. Aber die ist ja Geschichte.

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