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Corona-Regeln
14.01.2021

NRW: Hundefriseure dürfen auch im Lockdown öffnen

Retriever Matti bekommt in einem Hunde-Salon das Fell kurz geschnitten. Hundefriseure dürfen in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Eine Hundefriseurin aus Emsdetten hatte geklagt.
Foto: Christoph Schmidt, dpa (Archiv)

Die Frisuren der Menschen werden immer abenteuerlicher, Friseure haben seit Wochen geschlossen. Hundefriseure dürfen in NRW aber wieder öffnen - das hat ein Gericht in Münster entschieden.

Friseure haben es gerade nicht leicht. Schon seit Wochen sind die Salons deutschlandweit wegen des Corona-Lockdowns geschlossen. Die Frisuren der Menschen werden immer abenteuerlicher: Die einen lassen einfach wachsen und neigen mittlerweile zu wilden Mähnen. Andere probieren es mit dem handelsüblichen Rasiergerät und laufen danach mit einem 3-Millimeter-Krisenschnitt herum. Gleichzeitig zeigen sich einige Politiker und Bundesliga-Spieler so top gestylt wie eh und je - und animieren auch immer mehr Normaldeutsche dazu, sich nach einem Schwarzmarkt-Friseur umzusehen, der mal eben schnell "ganz privat" vorbeikommen könnte. Doch jetzt auch noch das: Während Friseursalons weiter nicht öffnen dürfen, könnten Hundefriseure in NRW nun wieder den Betrieb aufnehmen.

Verwaltungsgericht Münster: Hundefriseure dürfen trotz Corona in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen

Das hat das Verwaltungsgericht Münster nun am Mittwoch in einem Eilverfahren entschieden: Die geltende Coronaschutzverordnung untersage zwar Friseurdienstleistungen, dies beziehe sich aber allein auf solche Arbeiten, die an Menschen erbracht würden, so die Richter laut Beschluss von Montag. Das sei insbesondere bei Friseurdienstleistung, Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen der Fall. Das Frisieren oder Krallenschneiden bei Hunden sei in diesem Fall vielmehr mit einer Handwerksleistung etwa in einer Fahrrad- oder Kfz-Werkstatt vergleichbar, bei der es zwar zu Kontakt mit Kunden komme, in diesem Fall die Hundehalter. Die Mindestabstände von 1,5 Metern könnten aber eingehalten werden.

Hintergrund war der Streit einer Hundefriseurin aus dem nordrhein-westfälischen Emsdetten mit den Behörden der Stadt. Die Betreiberin des Hundesalons hatte gegenüber dem Verwaltungsgericht Münster erklärt, dass sie die Hunde bereits an der Tür in Empfang nehme. Kunden könnten das Geld dann in einer außen deponierten Dose einwerfen, womit sich einzelne Kunden nicht begegnen.

Vor dem Stylen, kommt das Waschen: Das gilt auch für Pudel im Hundesalon. Aber dürfen Hundefriseure bald auch bundesweit wieder öffnen? Das hängt von Klagen und Gerichtsentscheidungen ab.
Foto: Judith Michaelis, dpa (Archiv)

Hundefriseure klagen auch in Baden-Württemberg: Sind Hundesalons bald wieder geöffnet?

Nun bleibt abzuwarten, ob dem Beispiel der Hundefriseurin aus Emsdetten nun noch mehr Hundesalons in Nordrhein-Westfalen folgen. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Stadt Emsdetten, die den Betrieb des Hundesalons untersagt hatte, kann in die nächste Instanz vor das Oberverwaltungsgericht ziehen.

 

Auch in anderen Bundesländern ist unklar, wie es weitergeht. So ist der Betrieb von Hundesalons in Bayern und Baden-Württemberg laut der Corona-Verordnungen ebenfalls verboten. Im Südwesten klagt nun aber auch eine Hundefriseurin stellvertretend für 5000 Branchen-Kollegen. Wird eine Behandlung im Hundesalon im baden-württembergischen Raum coronakonform, so könnten davon auch Hundebesitzer insbesondere aus dem Westen Bayerns profitieren. (zian)

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