Newsticker
Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlägt 2G für alle Lebensbereiche vor
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. DHDL: Warum Frank Thelen "Die Höhle der Löwen" wirklich verlässt

DHDL
13.11.2019

Warum Frank Thelen "Die Höhle der Löwen" wirklich verlässt

Frank Thelen verlässt nach sechs Staffeln "Die Höhle der Löwen". Am Streit mit Carsten Maschmeyer liegt es nicht.
Foto: TVNOW / Maurer

Mehrere Medien spekulieren über einen handfesten Streit mit Co-Löwe Carsten Maschmeyer. Nun äußert sich Frank Thelen in einem langen Statement zu seinem DHDL-Aus.

Diese Nachricht kam überraschend: Investor Frank Thelen steigt bei "Die Höhle der Löwen" aus. Für ihn sei es nach sechs Staffeln "Zeit, neue Wege zu gehen", hatte der Unternehmer in einer Mitteilung des Senders Vox erklärt.

In einem langen Statement auf der Karriereplattform LinkedIn schreibt Thelen nun seine Gedanken zum Aus bei "Die Höhle der Löwen" nieder - und das heizt die Gerüchteküche an. Kurz nach Erscheinen spekulieren diverse Medien bereits über einen handfesten Streit zwischen Frank Thelen und seinem Co-Löwen Carsten Maschmeyer. Auch in seinem Podcast "Startup-DNA" spricht Thelen über sein Aus bei "Die Höhle der Löwen".

Frank Thelen veröffentlicht Statement zu DHDL-Ausstieg auf LinkedIn

Doch von Anfang an: Thelen beginnt sein Statement mit der Erinnerung an die Anfänge der TV-Show. "Beinahe wäre mein Job beim Fernsehen doch noch in letzter Minute geplatzt", schreibt er. Denn ausgerechnet an dem Tag, an dem Vox "Die Höhle der Löwen" ankündigte, gab Thelen das Scheitern seiner Dokumenten-App "Doo" bekannt. "Ich war noch kein Medienprofi, sonst hätte ich damit noch ein, zwei Tage gewartet. Scheitern ist bekanntlich in Deutschland nicht gerne gesehen", erklärt Thelen. Daraufhin hätten Menschen die Produktionsfirma angerufen und gefordert "Nehmt den Thelen raus, der kann es einfach nicht!". Doch die Produzenten der Show glaubten weiterhin an ihn - zurecht, wie sich zeigen sollte.

Von einem wenig professionellen Format, so beschreibt es Thelen, habe sich "Die Höhle der Löwen" in sechs Staffeln zu "einem der erfolgreichsten Prime-Time-Formate im deutschen Fernsehen" entwickelt. 2016 wurde die Show mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bestes Factual Entertainment ausgezeichnet.

Frank Thelen war als Juror bei "Die Höhle der Löwen", seit die Show im August 2014 erstmals ausgestrahlt wurde. Als Investor liegt Thelens Fokus eigentlich auf Technologie-Startups, so auch mit seiner Risikokapital-Firma Freigeist. Als "Die Höhle der Löwen"-Investor beteiligte er sich aber auch an vielen Food-Startups, unter anderem am Augsburger Fertigsuppen-Unternehmen Little Lunch. "Ich bin so etwas wie der 'Ur-Löwe'", schreibt Thelen auf LinkedIn. "Keiner hat mehr Pitches gesehen, keiner mehr Stunden in den MMC-Studios verbracht." In seinen Augen sei das Format jedoch nicht von einzelnen Persönlichkeiten abhängig, sondern lebe "von dem Zusammenspiel der verschiedenen Löwen und starken Gründer-Persönlichkeiten".

Aus bei "Die Höhle der Löwen": Thelen will "zurück an die Werkbank"

Doch nach sechs Jahren ziehe es Thelen nun "zurück an die Werkbank", schreibt der 44-Jährige. "Ich will mich zukünftig auf Technologien konzentrieren. Ich möchte mehr Zeit für Produktentwicklung mit unseren Teams haben und neue Technologie-Gründer treffen." Eine Rückkehr ins Fernsehen schließt Thelen, der auch am Augsburger Start-up Xentral beteiligt ist, aber nicht aus, im Gegenteil. Kleinere TV-Auftritte seien bereits geplant.

In seinem Podcast sagt Thelen über sein Aus bei "Die Höhle der Löwen", er habe auf sein Herz gehört. "Mein Herz hat mir gesagt, ich will mich jetzt zu 100 Prozent darauf konzentrieren, mit herausragenden Gründern und Gründerinnen Technologie zu entwickeln und denen zu helfen, um vielleicht ein weltweit relevantes Unternehmen mit aufzubauen."

Doch wo sahen diverse Medien in diesem Statement nun die "böse Attacke" (InTouch), die "Spitze" (WAZ) oder den "Seitenhieb" (Watson) gegen Jury-Kollegen Carsten Maschmayer? In seiner Rekapitulation der vergangenen sechs "DHDL"-Jahre schrieb Thelen, dass einige Produktionsfirmen und TV-Sender versuchten, an den Erfolg der Show anzuknüpfen. Dazu hieß es zunächst: "Einzelne Löwen versuchten es sogar mit eigenen Shows, wie Carsten Maschmeyer mit 'Startup!' oder Jochen Schweizer mit 'Der Traumjob'. Beide Formate scheiterten und wurden nicht mal komplett ausgestrahlt." Mittlerweile ist die entsprechende Passage umgeändert in "Einzelne Löwen versuchten es sogar mit eigenen Shows, wie Jochen Schweizer mit 'Der Traumjob' - doch viele Formate scheiterten und einige wurden nicht mal komplett ausgestrahlt."

Thelen äußert sich auf Twitter zu Streit-Gerüchten

Auch in der Tatsache, dass Frank Thelen sich in seinem Post auf LinkedIn nicht explizit bei Carsten Maschmeyer bedankt, sahen Medien ein Indiz für den "Mega-Zoff" (InTouch) zwischen den beiden Unternehmern. Dort schreibt Thelen: "Herzlichen Dank  Sony, Vox, Judith, Ralf, Andrea und allen andere wunderbaren Kollegen und Co-Löwen. Ihr habt mein Leben bereichert."

Frank Thelen äußerte sich kurze Zeit später dazu auf Twitter. "Es gibt keinen Ärger zwischen Maschmeyer und Thelen. Clickt sich vielleicht toll, ist aber Irreführung eurer Leser. [...] Lasst bitte den Quatsch." (sli)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.