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Neufundland-Unglück

24.09.2018

Daniel Küblböck: Angehörige haben Verständnis für die Einstellung der Suche

Daniel Küblböck ist vermutlich tot, Hoffnung besteht kaum noch. Trotzdem halten die Schiffe vor Neufundland weiter Ausschau nach dem vermissten Sänger.
Bild: Fredrik von Erichsen, dpa

Daniel Küblböck ist wohl tot, es gibt praktisch keine Hoffnung mehr. Vor über einer Woche war der Sänger über Bord der AIDAluna gegangen.

Daniel Küblböck war am Sonntag bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York in der Labrador-See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord der AIDAluna gegangen. Die Wassertemperatur betrug dort nur etwa 10,5 Grad.

Es gibt kein Lebenszeichen mehr von Daniel Kaiser-Küblböck

Das Kreuzfahrtschiff drehte um, begann die Suche nach dem 33-Jährigen. Auch andere Seenotretter schalteten sich ein - vergeblich. Am Montag stellte die kanadische Küstenwache die Suche nach Daniel Kaiser-Küblböck ein. Insgesamt vier Schiffe, ein Flugzeug und ein Helikopter hätten 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. "Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden", so ein Sprecher der Küstenwache.

Obwohl die Suche offiziell eingestellt ist und die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Daniel Küblböck tot ist, sind Schiffe in dem Seegebiet von der Küstenwache weiter angehalten, Ausschau nach dem Vermissten zu halten.  

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"Wir haben Verständnis, dass die Suche nun eingestellt wurde. Wir möchten uns ausdrücklich bei allen an der Suche Beteiligten für den intensiven Einsatz bedanken. Es wurden 4000 Quadratkilometer mit modernsten Geräten abgesucht; eine größere Fläche ist nach Auskunft der Küstenwache nicht mehr zu bewältigen", teilte Vater Günther Küblböck auf der Webseite des Sängers mit.

Im Übrigen bitte man darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und der Familie Ruhe zu gewähren.

Daniel Küblböck: DSDS-Freunde nehmen Abschied auf Instagram

Küblböcks Mitstreiter von früher hatten sich am Dienstag in einer langen Instagram-Nachricht von Küblböck verabschiedet. "Es tut uns unendlich leid, auf diese Weise zu erfahren, welche grausame Traurigkeit Dich die letzten Monate umgeben haben muss", schrieben sieben der einstigen DSDS-Teilnehmer in ihrem gemeinsamen Brief im Internet. Unterzeichnet hatten ihn Juliette Schoppmann, Stephanie Bauckmayer, Andrea Josten, Daniel Lopes, Vanessa Struhler, Nektarios Bamiatzis und Gracia Baur. Der Sieger der Staffel, Alexander Klaws, hat sich bisher nicht geäußert.

Einen Tag nach dem Daniel Kaiser-Küblböck von Board eines Kreuzfahrtschiff in den Atlantik gestürzt ist, hat die kanadische Küstenwache die Suche eingestellt.
Video: dpa

"Manche Menschen, die Dich nicht kannten und vor allem nicht ,erkannten’, empfanden Dich möglicherweise als Clown", schrieb die Gruppe weiter. Doch auch Clowns würden weinen. "Und die sehr guten Clowns besitzen die Fähigkeit, ihre Tränen vor den Menschen zu verbergen, denen sie sie nicht zeigen wollen!" Sie erinnerten sich an Küblböcks vielfältige Persönlichkeit, die sie in der "DSDS"-Zeit zwischen November 2002 und März 2003 kennenlernten: einen Menschen "mit unglaublich vielen Facetten, einem riesigen unvoreingenommenem Herzen aber auch einer sehr zerbrechlichen Seele".

Obwohl die Hoffnung auf ein Wunder gering ist, wird Daniel Küblböck wohl längere Zeit noch nicht offiziell für tot erklärt. Der Tod eines Menschen wird in der Regel durch eine Sterbeurkunde belegt. Das Ableben muss zweifelsfrei feststehen, heißt es im Deutschen Rechtslexikon. Dies ist nicht ohne weiteres möglich, wenn etwa jemand über Bord eines Schiffes geht und vermisst wird. Ist es wahrscheinlich, dass ein Mensch nicht mehr lebt, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären oder die Todeszeit feststellen. Dies regelt das Verschollenheitsgesetz.

Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor, die verstrichen sein müssen. Als verschollen gilt jemand, von dem es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen gibt und ernstliche Zweifel an seinem Fortleben bestehen. Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden - bei einem Schiffsuntergang oder durch einen Sturz vom Schiff -, dann gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten. (AZ)

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie darüber! Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten - per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch, auch anonym. Hier finden Sie eine Übersicht.

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11 Bilder
Bilderstrecke: Die wechselhafte Karriere des Daniel Küblböck
Bild: Armin Weigel, dpa
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