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Krankenhauskeime in Berlin

28.05.2015

Darmkeime in der Charité: Vierlinge der 65-Jährigen nicht betroffen

Ein zu früh geborenes Baby liegt in der Berliner Charité in einem Inkubator. Symbolbild
Bild: Britta Pedersen, dpa

An der Berliner Charité gibt es nach 2012 erneut Fälle von Darmkeim-Infektionen bei Babys. Betroffen ist die Station, auf der auch die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R. sind.

Darmkeime sind ein Gefahrenherd auf der Neugeborenen-Intensivstation am Campus Virchow-Klinikum im Bezirk Wedding. Dort werden daher keine Frühgeborenen mehr aufgenommen. Doch dort liegen bereits viele Neugeborenen, unter anderem die bekanntesten Frühchen, die Deutschland derzeit zu bieten hat: die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R.

Die Kinder von Annegret R. lägen allerdings räumlich getrennt von den fünf Babys, bei denen der Keim Serratia marcescens nachgewiesen worden sei. Er betonte, dass vom Keim betroffene und nicht betroffene Babys von verschiedenen Pfleger- und Ärzte-Teams betreut würden. Es gebe "konsequente Barrieren", um die insgesamt acht anderen Kinder auf der Station zu schützen. Normalerweise hat die Station 16 Betten, diese würden nun nicht alle ausgelastet.

Der Zustand der betroffenen Kinder sei "trotz ihres insgesamt sehr hohen Risikos" stabil, hieß es in einer Klinikmitteilung. Sie hätten extrem niedriges Gewicht oder schwere Begleiterkrankungen. Drei der Kinder hatten sich mit dem Keim infiziert und Lungenentzündungen bekommen, bei einem weiteren war es zu einer örtlichen Entzündung am Auge gekommen. In allen Fällen habe ein Antibiotikum angesprochen.

Flaschenwärmer könnten die Keime übertragen haben

Erste Fälle gab es bereits am 13. April, den letzten am 23. Mai, wie der stellvertretende Leiter der Klinik für Neonatologie, Prof. Christof Dame, sagte. Beim fünften Kind wurden die Keime bereits bei der Aufnahme in der Charité festgestellt: Es war vorher am Herzen operiert worden und liege nun von den anderen vier Betroffenen getrennt, auch bei ihm seien die Entzündungsanzeichen bereits weg. Ob die Keimstämme übereinstimmten, zeige sich in den nächsten Tagen, sagte Dame. Die Fälle seien den Behörden sofort gemeldet worden.

Als möglichen Übertragungsweg vermuten die Charité-Experten Fläschchenwärmer, wie Dame weiter erläuterte. Sie hätten vor Beginn des Ausbruchs von Eltern wie von Pflegern genutzt werden können. Auf Oberflächen halte sich der Keim lange, aber auch 20 Prozent der normalen Bevölkerung trage Serratien. Zum jüngsten Fall vom 23. Mai gebe es noch weitere Untersuchungen.

2012 ist ein mit Serratien-Keimen in Berührung gekommenes Baby gestorben

2012 waren an der Charité bei mehreren Säuglingen und Frühchen Serratien-Keime entdeckt worden. Einige erkrankten, andere trugen den Keim auf der Haut. Der Tod eines infizierten Babys, der allerdings durch eine Herz-OP eintrat, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. dpa

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