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Herbst

29.09.2019

Darum sind in Häusern jetzt wieder große Spinnen unterwegs

Die Große Winkelspinne wurde 2008 zur "Spinne des Jahres" gekürt.
Bild: Uwe Anspach, dpa/lhe

Für viele Menschen ist es ein Graus: In Häusern und Wohnungen werden jetzt im Herbst wieder zahlreiche Spinnen unterwegs sein. Aber warum eigentlich? Und was kann man dagegen tun?

Spinnen sollen ja nützlich sein, schließlich fressen sie das Ungeziefer. Tolle Tierchen - eigentlich. Wäre da nicht die Tatsache, dass viele Menschen einen gewissen Ekel, manche sogar eine regelrechte Panik vor den Achtbeinern haben. Arachnophobie nennt der Experte das: die Angst vor Spinnen.

Für diese Menschen ist der Herbst eine besonders harte Zeit. Denn in Häusern und Wohnungen sind dann nämlich wieder besonders viele Spinnen anzutreffen - und in den meisten Fällen sind es (für mitteleuropäische Verhältnisse) besonders große Exemplare.

Hausspinnen sind im Herbst besonders aktiv

Ganz konkret handelt es sich dabei vor allem um zwei Vertreter: die Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) und die verwandte Große Winkelspinne (Tegenaria atrica). Die beiden heimischen Gattungen, auch als Hausspinnen bekannt, leben in der Nähe des Menschen - vorwiegend in Kellern, Schuppen, Dachböden sowie an Holzstapeln, Verschlägen und Mauern rund um das Haus, wo sie in dunklen Ecken ihre Netze bauen.

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Sterben Spinnen im Staubsauger? Zum Artikel

Dass die Tiere im Herbst so häufig in Häusern und Wohnungen auftreten, kommt allerdings weniger davon, dass es ihnen draußen zu kalt wird. Vielmehr liegt es daran, dass sie im September und Oktober besonders aktiv sind, wie Biologe Dr. Christoph Muster von der Arachnologischen Gesellschaft erklärt. Die Männchen, die bis zu zehn Zentimeter groß werden können (Beine eingerechnet), schwärmen in dieser Zeit aus, um sich mit Weibchen zu paaren. Besonders abends und in der Nacht gehen sie auf Wanderschaft.

Große Winkelspinne - "Spinne des Jahres 2008"
6 Bilder
Das sind die häufigsten Spinnen in Deutschland
Bild: dpa

Für Menschen sind die heimischen Hauswinkel- und Großen Winkelspinnen in der Regel ungefährlich - auch wenn sie ihre Beute mit Gift töten. Meistens flüchten sie, wenn ihnen jemand zu nahe kommt. Sollten die Tiere aber doch mal beißen, weil der Mensch sie etwa anfasst, könne der Biss zwar kneifen, so Muster. "Eine Giftwirkung braucht man aber nicht fürchten. Dazu ist die menschliche Haut zu dick."

Gefällt es den Spinnen, kommen sie immer wieder

Wer die Hausbesucher loswerden will, hat übrigens einen schweren Stand. Im Internet finden sich zwar allerhand Mittel wie Spinnensprays oder Ultraschallstecker für die Steckdose, die die Achtbeiner dauerhaft vertreiben sollen. Ein Blick auf die Kunden-Rezensionen zeigt aber, dass der Erfolg wohl recht unterschiedlich ausfällt.

Auch Spinnenfachmann Muster hält von solchen Maßnahmen wenig. Natürlich könne man die Tiere bekämpfen, indem man ihre Netze zerstört oder ihnen mit Besen, Staubsauger oder sonstigen Hilfsmitteln zu Leibe rückt. Auch Insektennetze an den Gittern könnten verhindern, dass Spinnen auf Wanderschaft zu einfach ins Gebäude gelangen. "Wenn jedoch das Klima im Haus passend ist - also die Luft ausreichend feucht bzw. nicht zu warm und zu trocken ist - werden sich immer wieder Spinnen einnisten".

Für Betroffene gibt es immerhin einen kleinen Trost: Denn dort wo viele Spinnen sind, ist offenbar sprichwörtlich ein gesundes Haus(klima). AZ

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