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25 Jahre Diddl

14.10.2015

Das plant der Diddl-Erfinder für seine berühmte Maus

Die Diddl-Maus wird 25 Jahre alt.
Bild: Archivbild, Timo Jann (dpa)

Warum wurde aus einem Känguru die Diddl-Maus? Was führte zum Erfolg? Und wie geht es weiter? Erfinder Thomas Goletz beantwortet zum 25. Geburtstag der Figur 25 Fragen.

Gibt es Gemeinsamkeiten mit der Maus aus der „Sendung mit der Maus“?

Goletz: Die beiden sind ja im Grunde komplett verschieden. Die beiden Charaktere kann man schwer miteinander vergleichen.

Diddl polarisiert. Ärgert es Sie, wenn Sie kritische Kommentare lesen?

Goletz: Die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Jeder kann seine Meinung frei äußern, sollte dabei jedoch seiner journalistischen Verantwortung bewusst sein und einen respektvollen Umgangston wahren.

Gab es auch Beschwerdebriefe?

Goletz: Ja, wenn die Diddl-Blöcke aufgrund der großen Nachfrage nicht rechtzeitig nachgedruckt und ausgeliefert werden konnten.

Wie viel Thomas Goletz steckt im „Käseblatt“?

Goletz: Die ersten Ausgaben von Diddls Käseblatt habe ich in Eigenregie gestaltet, bis dann mehr und mehr Designer und Redakteure hinzukamen. Auch heute noch gebe ich jede Ausgabe zur Veröffentlichung frei.

Welches Diddl-Motiv verkaufte sich am besten?

Goletz: Das kann ich leider nicht genau sagen. Es sind ja mittlerweile ein paar Tausend Diddl-Motive illustriert worden, die in diversen Kombinationen auch auf einigen Tausend Produkten veröffentlicht wurden.

Die Zukunft der Diddl-Maus

2014 hat die Firma Depeche Diddl aus dem Programm genommen. Warum?

Goletz: Depesche und Diddl hatten eine tolle Zeit miteinander, an die wir uns alle gerne zurückerinnern. Aber nach über 20 Jahren war es für Diddl an der Zeit, weiterzuziehen und sich ein neues Team mit frischer Sprungkraft und zeitgemäßen Ideen zu suchen.

Wie geht die Geschichte weiter?

Goletz: Mit Kiddinx als Lizenzagentur steht Diddl nun erstmalig für alle Lizenznehmer offen. Da ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für mich, auf die ich mich sehr freue. Diddl wird bald auf diversen neuen Medien, dreidimensional und animiert zu sehen sein, er wird sozusagen „diddlital“. Das wird klasse und macht allen Beteiligten großen Spaß!

Brauchte Diddl eine eigene Facebook-Seite?

Goletz: Ja, hier bieten wir den Diddl-Fans eine zeitgemäße Plattform, auf der sie sich zum Thema Diddl austauschen und informieren können. Die Resonanz ist sensationell. Auch nach 25 Jahren brennt das Diddl-Fieber bei vielen großen und kleinen Fans immer noch weiter.

Bekommen Sie auch heute noch Fanpost?

Goletz: Ja, es erreichen mich immer wieder sehr nette Fan-Briefe. Aber der Hauptanteil hat sich ja mittlerweile auf elektronische Medien, wie Facebook-Kommentare verlagert.

Was zeichnen Sie – außer Mäuse?

Goletz: Viele andere Dinge, an denen ich Spaß habe. Neulich habe ich zum Beispiel ein witziges iBook „Klekks, das Flederhuhn“ für das iPad veröffentlicht. Klekks ist eine kuriose und witzige Mischung aus Huhn und Fledermaus, zu der mich eine Fledermaus in unserem Hühnerstall inspiriert hat.

Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Goletz: Durch Diddls Erfolg konnte ich als Künstler immer die Projekte verwirklichen, die mir Spaß machen und am Herzen liegen. Das ist die kreative Freiheit, die mich trägt und beflügelt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welchen Bezug haben Sie heute zu Unterfranken?

Goletz: Dort habe ich meine ganze Kindheit und Jugend verbracht und gerne komme ich ins Frankenländle auf ein paar leckere, fränkische Bratwürstchen vorbei. Das sind einfach die Besten der Welt!

Sie gelten als sehr pressescheu und geben kaum Interviews. Warum durften wir Ihnen trotzdem Fragen stellen?

Goletz: Na ja, Sie sind sehr nett und haben einfach gaudageniales Glück gehabt.

Das ist Thomas Goletz

Der Grafiker und Illustrator Thomas Goletz, Jahrgang 1966, ist der Erfinder der Diddl-Maus. Geboren und aufgewachsen ist er in Karlstadt (Lkr. Main-Spessart). Nach dem Abitur am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt machte Goletz eine praktische Ausbildung als Grafiker, da er nach eigenen Angaben bereits während seiner Schulzeit gerne gemalt hatte. Er brachte sich das Cartoon-Zeichnen in jener Zeit autodidaktisch bei und wählte diese Sparte als Beruf.

Am 24. August 1990 fertigt er die erste Zeichnung der Diddl-Maus. Mit 13 Postkarten-Entwürfen suchte er schließlich einen Verlag. Beim Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG in Glinde kam dann eine Serie von 48 Postkarten Anfang 1991 auf den Markt. Aus seiner Feder stammen zahlreiche weitere Cartoon-Figuren, wie Diddlina, Pimboli, Mimihopps, Galupy und viele mehr. Seit diesem Jahr werden die Lizenzrechte über die Kiddinx Media GmbH vertrieben. Der Illustrator lebt heute mit seiner Frau im Raum Hamburg.

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