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Regisseur Danny Boyle

11.07.2019

Der Mann hinter dem "Yesterday"-Film wurde mit den Beatles groß

Danny Boyle stand als Teenager vor allem auf Led Zeppelin und David Bowie, jetzt hat er den Beatles-Film "Yesterday" abgedreht.
Bild:  Monika Skolimowska, dpa

Er hat Filme zum Kult gemacht und Leonardo DiCaprio zum Star, Oscars im Paket gewonnen. Jetzt widmet sich Danny Boyle in "Yesterday" den Beatles.

Es ist eine Kindheit von Millionen. Danny ist gerade sieben Jahre alt, als alle Welt die Namenkombination aus John, Paul, George und Ringo kennenlernt. Und auch Danny, Sprössling einer irisch-katholischen Arbeiterfamilie, Ministrant und von der Mutter bestimmt, Priester zu werden, spielt mit den Schwestern im Kinderzimmer nur noch eines: Beatles. Die ältere ist in Paul verknallt und spielt ihn, die kleinere muss halt George und Ringo spielen, denn Danny ist ganz klar John. Heute ist Lennon längst tot, Danny 62 und ein Starregisseur – und hat nun einen Film über die Beatles gedreht: „Yesterday“.

Regisseur Danny Boyle hatte selbst Kontakt mit den Beatles

Für Danny jedenfalls ist es wie eine Rückkehr ins Kinderzimmer – er hat sogar mit den übrigen Beatles selbst Kontakt aufgenommen, weil Ringo Starr und Paul McCartney ja einem Film mit ihrem Material zustimmen mussten – was sie auch freudig taten (Paul erklärte offenbar sogar, dass Film eigentlich „Scrambled Eggs“ heißen müsste, Rührei, weil er die Melodie-Idee zu „Yesterday“ zunächst zu diesen Worten sang. Und Danny hat einen Film wie ein Spiel gemacht, nachdem er sich zuvor so oft als Experte für schwierige Themen einen Namen gemacht hat. Danny ist Danny Boyle.

Dessen großer Durchbruch war gleich seine zweite Filmregie, samt Soundtrack, Drogenwahn und Ewan McGregor Kult: „Trainspotting“. Das war 1996. Danny war – auf Anraten eines Priesters hin übrigens – also nicht Priester geworden, sondern mit 18 bereits zum Theater gegangen, dann zum Fernsehen, dann zum Film. Um nur einige der folgenden Heldentaten zu nennen: 2000 hatte Boyle mit „The Beach“ wesentlichen Anteil daran, dass Leonardo DiCaprio zum Teenie-Idol wurde. Er drehte das düstere Endzeitszenario „28 Days Later“ und die furiose Verschollenen-Tragödie „127 Hours“ – und gewann gleich acht Oscars mit dem indischen Sozialdrama „Slumdog Millionaire“.

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Danny Boyle lässt sich bei Filmen nicht reinreden

Und britischer Star-Regisseur – war da nicht klar, dass da irgendwann die Frage aufkam: Wann macht der denn einen James–Bond-Film? Es sollte der jetzt kommende, der 25. werden. Aber Boyle, selbstbewusst und eigenwillig, lässt sich von einer solche mächtigen Marke nicht dreinreden – und stieg aufgrund „künstlerischer Differenzen“ aus dem Projekt wieder aus.

Auch private Kooperationen verliefen nicht durchgängig erfolgreich. Danny Boyle lebt von der Mutter seiner drei Kinder längst getrennt, auch die Ehe danach mit der Schauspielerin Rosario Dawson ist inzwischen geschieden. Unverbrüchlich dagegen ist seine Liebe zum Fußball, zu seinen Helden von „Trainspotting“, denen er vor zwei Jahren auch noch die Fortsetzung „T2“ widmete – und seine Liebe zu den Beatles? Nein, geliebt hat Danny, wie es bei Musik eben nur Teenager tun, dann eher Bowie und Led Zeppelin. Und ehrlich: Das passt auch besser zu den Filmen, die er so gedreht hat.

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