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Höchster Stand seit Mai: Robert-Koch-Institut meldet 1226 Corona-Neuinfektionen
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Corona-Pandemie

31.07.2020

Deutschland warnt wegen Corona vor Spanien-Urlaub

Menschenmassen an einem Strand in Barcelona: In der katalanischen Metropol-Region ist die Zahl der Neuinfektionen massiv angestiegen.
Bild: Paco Freire, dpa

Am Freitag hat das Robert-Koch-Institut drei Regionen in Spanien, darunter Barcelona, als Corona-Risikogebiete eingestuft. Was das für Urlauber bedeutet.

Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslandes der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra – nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Was gewissermaßen eine Alarmstufe unter einer Reisewarnung ist. Diese ermöglicht Touristen jetzt die kostenlose Stornierung von Reisen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die drei Regionen auch in seine Liste der Risikogebiete aufgenommen, die von den Reisehinweisen oder -warnungen des Auswärtigen Amtes unabhängig geführt wird.

Zahl der Corona-Infizierten liegt in Spanien weit über der kritischen Marke

Die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in Katalonien und den ebenfalls stark betroffenen Nachbarregionen weit über dieser kritischen Marke, im bei Wanderern beliebten Aragón in den nordspanischen Pyrenäen stieg sie sogar auf den Wert 200,0.

In den vergangenen Tagen hatte nach einer Statistik des EU-Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten Spanien die höchste Zahl von Neuinfektionen aller Mittelmeerländer in Südeuropa erreicht – vor allem wegen einer um sich greifenden Sorglosigkeit. Nach Angaben der spanischen Gesundheitsbehörden breitete sich das Coronavirus vor allem unter jüngeren Leuten aus, die angesichts der hohen Temperaturen und in Feierlaune alle Vorsichtsmaßnahmen vergaßen. Besonders Diskotheken und Bars, wo sie bis tief in die Nacht und oft ohne Einhaltung von Abstandsregeln und Masken feierten, wurden als Infektionsorte identifiziert.

Der Tourismus steht in Katalonien wegen Corona vor dem Zusammenbruch

Auch die spanische Landwirtschaft erwies sich als Risikobranche: Mindestens 700 Erntehelfer, meist afrikanische Immigranten, die als Wanderarbeiter auf Obstfeldern und Weinplantagen in Nordspanien arbeiteten, erkrankten nach offiziellen Angaben.

Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen – über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen.

Das Auswärtige Amt hatte eine Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung nach 14 Wochen den Notstand beendet hatte. Spanien ist nach Luxemburg nun das zweite Land der EU, für das wieder vor Reisen gewarnt wird – zumindest teilweise.

Der internationale Tourismus in Katalonien, der sich nach dem Corona-Ausbruch im Frühjahr erst wieder leicht erholt hatte, steht vor dem Zusammenbruch. „Wir sind schon fast im August und die Saison ist praktisch verloren“, sagte Martín Sarrate, Chef des katalanischen Reisebüroverbandes. (mit dpa)

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