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03.06.2009

Die Körperwelten werden bereits aufgebaut

Eine "Herzenssache" soll die umstrittene Ausstellung "Körperwelten" in Augsburg werden. Die Schau von Gunther von Hagens, die zwischen 6. Juni und 13. September in der Schwabenhalle zu sehen ist, beschäftigt sich mit dem Muskel, der pro Minute fünf Liter Blut pumpt. Zurzeit läuft der Aufbau. Die Macher wollen Besucher sensibilisieren, mit ihrem Körper pfleglich umzugehen. Denn das Ziel der Schau, so Kuratorin und Ehefrau von Gunther von Hagens, Dr. Angelina Whalley, sei Aufklärung.

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg hält das für "vorgeschoben". In einer Presseerklärung kritisiert er die Macher, ein Tabu zu verletzen, und erinnert daran, dass auch Tote Würde haben. "Körperwelten ist ein weltweites Geschäftsunternehmen und Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Sensationslust auch vor dem Verstorbenen keinen Respekt mehr kennt", schreibt der Vorstand.

Kritik erleben die Veranstalter, seit sie 1997 die erste Schau in Mannheim zeigten. Dem Publikumserfolg tat dies keinerlei Abbruch, über 27 Millionen haben sie bisher gesehen, allein sechs Millionen in Deutschland. Besucher nehmen Wartezeiten von bis zu drei Stunden in Kauf. Sechs verschiedene Ausstellungen gibt es inzwischen, davon eine ab Samstag auf dem Messegelände.

Dort sind 200 Exponate zu sehen, neben dem Herz in allen Facetten auch ganze Leichen, von den Machern als Ganzkörperplastinate bezeichnet. Unter ihnen ein Schachspieler mit Brett, aber auch Sportler. Dabei ist auch eine fünf Meter große Giraffe, deren Herz pro Stunde 1200 Liter Blut pumpen musste. Während in der Berliner Ausstellung Leichen beim Sex für einen Skandal sorgten, soll Derartiges in Augsburg außen vor bleiben.

Einer, der sich auf die Ausstellung freut, ist Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus GmbH. "Diese Stadt braucht solche Impulse dringend", sagt er. Vorgängerstation der Schau war Sevilla, dort kamen 100 000 Besucher.

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