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Bundestagswahl 2017

04.09.2017

"Die Partei" übernimmt geheime AfD-Gruppen auf Facebook

Mitglieder der Satirepartei "Die PARTEI": (von links) Wolfgang Wendland, Shahak Shapira, Serdar Somuncu, Martin Sonneborn, Natascha und Mark Benecke.
Bild: Gregor Fischer/dpa Archivbild

Die Satirepartei "Die Partei" hat 31 Facebook-Gruppen der AfD über mehrere Monate infilitriert und nun übernommen. Jetzt gelten dort neue Verhaltensregeln.

Keine andere Partei setzt im Wahlkampf so sehr auf Facebook wie die AfD. Die Partei hat mit ihrer offiziellen Seite deutlich mehr Anhänger mobilisieren können als andere Parteien. Zudem gibt es viele Gruppen im sozialen Netzwerk Facebook, die die AfD unterstützen - viele von ihnen sind "geheim", ihre Inhalte können auf Facebook also nur von Mitgliedern gesehen werden. Das hat sich "Die Partei" nun zunutze gemacht.

"Die Partei" benennt 31 AfD-Gruppen auf Facebook um

Die "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" hat eigenen Angaben zufolge 31 Gruppen auf Facebook übernommen, die die AfD unterstützen. In einem Video erklärt "Partei"-Mitglied und Aktivist Shahak Shapira, dass die Gruppen vor 11 Monaten infiltriert und nun übernommen worden seien.

Er geht dabei auch darauf ein, dass die Gruppen zuvor hauptsächlich von Bots angereichert worden seien. Das sind falsche Profile, die automatisch neue Freunde hinzufügen. 180.000 Mitglieder sollen die Gruppen insgesamt groß sein.

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Video: Stefan Wilhelm

Die Satiriker konnten so selbst zu Administratoren der Gruppen werden und entfernten anschließend die ursprünglichen Verwalter der Seiten. Anschließend stellten sie die Gruppen von "geheim" auf "öffentlich" um, sodass jeder die auf Facebook geführten Konversationen nachlesen kann. In den entsprechenden Facebook-Gruppen wurden die Gruppennamen verändert und von der "Partei" bearbeitete Bilder oder Banner hochgeladen.

AfD-Facebook-Gruppenmitglied spricht von Drittem Weltkrieg

Außerdem gebe es ab sofort neue Verhaltensregeln, sagte Shapira. Unter anderem sei "Hetze gegen Muslime ist ab sofort immer gegen Mekka zu richten." Zudem gelte in den Gruppen von nun an eine Flüchtlingsmindestquote von 18 Prozent. Ein Nutzer einer nicht betroffenen AfD-Gruppe erklärte laut der ARD-Seite "Faktenfinder": "Das ist der 'Cyberwar'. Eine der vielen Facetten des Weltkriegs III, in dem wir uns längst befinden." sh

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