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Gesetz

23.02.2021

Droht ab 1. März wirklich eine Strafe fürs Heckenschneiden?

Wer einen radikalen Rückschnitt seiner Hecke plant, muss dies noch im Februar tun. Ab 1. März drohen dafür nämlich Strafen.
Bild: Nestor Bachmann, dpa (Archiv)

Wer seine Hecke sehr stark schneiden will, sollte sich sputen. Ab dem 1. März gibt es ein Verbot - allerdings mit Ausnahmen.

Ab 1. März drohen hohe Strafen fürs Hecke schneiden. So oder ähnlich lauten die - teilweise alarmistischen - Meldungen, die derzeit im Internet und in sozialen Netzwerken kursieren. Was ist dran an den Behauptungen? Darf ich wirklich nur noch bis 28. Februar meine Hecke stutzen? Die Erklärung.

Ist es verboten, ab 1. März die Hecke im Garten zu schneiden?

Jein. In § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes steht zwar tatsächlich, dass es verboten ist, "Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen". Das bedeutet aber nicht, dass man grundsätzlich gar nichts mehr an seiner Hecke im Garten machen kann.

Was bedeutet diese Vorschrift für Gärtner und Hecken-Besitzer?

Das Gesetz sieht zugleich vor, dass man Bäume oder Hecken durchaus auch nach dem 1. März zurechtstutzen darf. "(...) Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen", heißt es wörtlich. Sprich: Wer zwischen 1. März und 30. September seine Hecke einfach nur in Form bringen will, kann dies problemlos tun.

Gibt es weitere Ausnahmen vom Heckenschnitt-Verbot ab 1. März?

Ja, es gibt laut Gesetz gleich mehrere Ausnahmen vom Verbot.

  • Wenn Behörden anordnen, dass eine Hecke oder ein Gebüsch geschnitten werden muss, kann das getan werden.
  • Gleiches gilt, wenn geschnitten werden muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
  • Und auch im Rahmen von Bauvorhaben dürfen Pflanzen geschnitten werden, "wenn nur geringfügiger Gehölzbewuchs zur Verwirklichung der Baumaßnahmen beseitigt werden muss", so der Gesetzestext.

Warum gibt es das Schneide-Verbot für Hecken überhaupt?

Grund ist der Vogelschutz. Die Tiere brauchen Brutplätze, die sie in Hecken und Gebüschen finden.

Welche Strafen drohen, wenn ich nach 1. März meine Hecke herunterschneide?

Wer gegen § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das kann schlimmstenfalls bis zu 10.000 Euro Geldbuße bedeuten.

Was sollte ich beachten, wenn ich meine Hecke in den nächsten Monaten stutzen möchte?

Gartenbesitzer sollten beim vorsichtigen Schneiden der Hecke auf brütende Tiere Rücksicht nehmen und möglichst erst ab Herbst die Arbeiten erledigen. (AZ)

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv.

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