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E-Scooter: So wollen deutsche Städte das Chaos um E-Scooter in den Griff bekommen

E-Scooter

So wollen deutsche Städte das Chaos um E-Scooter in den Griff bekommen

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    Durchkommen ist Glückssache: So abgestellte Scooter werden leicht zur Stolperfalle - nicht nur für Blinde und Sehbehinderte. Städte und Gemeinden wollen mehr Regeln aufstellen.
    Durchkommen ist Glückssache: So abgestellte Scooter werden leicht zur Stolperfalle - nicht nur für Blinde und Sehbehinderte. Städte und Gemeinden wollen mehr Regeln aufstellen. Foto: Zacharie Scheurer, dpa

    "Hippes Touristenspektakel" - oder sinnvoller Beitrag zu einer Verkehrswende? In Großstädten haben E-Scooter bisher eher für Probleme gesorgt: Zugeparkte Gehwege, wildes Abstellen, betrunkene Fahrer. Doch die E-Scooter könnten vor allem für kürzere Fahrten eine sinnvolle Ergänzung zu einem nachhaltigen städtischen Mobilitätssystem werden - wenn Städte strategisch vorgehen und bestimmte Regeln eingehalten werden. Das geht aus Handlungsempfehlungen des Städtetags und des Gemeindebundes an Kommunen hervor. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

    So wollen Städte die Probleme mit E-Scootern in den Griff bekommen

    Verleihsysteme mit E-Scooternsollten eng mit dem öffentlichen Personennahverkehr verzahnt werden: "Je nahtloser die Leihroller in den ÖPNV integriert werden, desto eher besteht die Chance, dass ÖPNV-Kunden diese als neue Option auf der ersten und letzten Meile wahrnehmen", heißt es. 

    Am Rand von Großstädten sowie in kleineren Städten seien derzeit oft aber keine Leihrollerangebote verfügbar. "Gerade dort, wo die Leihroller den ÖPNV stärken könnten, fehlt das Angebot." Weiter heißt es: "Nur wenn das private Auto in den Städten an Attraktivität verliert, werden neue Mobilitätsdienstleistungen wie Elektroleihroller eine Chance haben, positive Wirkungen entfalten zu können." 

    Die Empfehlungen an die Kommunen werden herausgegeben von der Denkfabrik Agora Verkehrswende, dem Deutschen Städtetag und dem Deutsche Städte- und Gemeindebund. Das Papier soll am Donnerstag vorgelegt werden. 

    Darin wird eine vor kurzem beschlossene Vereinbarung zwischen den Anbietern und den Spitzenverbänden präzisiert, bei der es um mehr Ordnung und Sicherheit bei der Nutzung der kleinen Fahrzeuge geht. 

    In den Handlungsempfehlungen für die Städte und Gemeinden heißt es nun, Leihroller sollten "nicht ausschließlich als Problem", sondern gleichermaßen als Chance verstanden werden - die es als Beitrag für einen klimaverträglichen Stadtverkehr zu nutzen gelte. In Deutschland sind die E-Scooter seit Mitte Juni zugelassen.

    "Ob sich die Elektroleihroller schlussendlich nur als hippes Touristenspektakel erweisen oder ob sie sich langfristig als ernstzunehmende Mobilitätsoption in den Städten und Gemeinden etablieren können, hängt im Wesentlichen davon ab, ob die Sharing-Unternehmen gemeinsam mit den Kommunen eine Handlungsbasis für die geordnete Integration der Leihangebote in den Stadtverkehr finden", heißt es in dem Papier.

    Feste Parkzonen und Sperrzonen: So könnten E-Scooter sinnvoll werden

    Empfohlen wird, feste Aufstellpunkte und Parkzonen für die E-Tretroller zu definieren sowie Sperrzonen - in einigen Städten gibt es dies bereits. Der notwendige öffentliche Raum könne geschaffen werden, indem etwa öffentliche Stellplätze für private Pkw umgewidmet werden. Weil die Roller vornehmlich auf Radwegen fahren sollen, verstärke dies den Druck, umfassend in zusätzliche und bessere Radwege zu investieren. In besonders belasteten Innenstadtbereichen solle es eine Deckelung der Flotten von Verleihfirmen geben.  

    Zu Problemen heißt es: "Der Leihrollermarkt wächst schnell, der Konkurrenzdruck ist hoch, die Anbieter ringen um Sichtbarkeit in den Städten, in nachfragestarken Bereichen kommt es zur Überlastung des Stadtraums." 

    Das Papier geht auch auf die Öko-Bilanz der E-Scooter ein. "Wie alle anderen Fahrzeuge auch beginnen Elektro-Scooter ihren Lebenszyklus mit einem "ökologischen Rucksack"." Dieser werden bei den Rollern unter anderem durch die Batterie "gefüllt". Hinzu kommen die "nicht vernachlässigbaren" Treibhausgasemissionen, die auf die Herstellung der Fahrzeugteile aus Aluminium zurückzuführen seien. 

    Für den Betrieb gelte: "Je höher der Anteil an grünem Strom im Netz, desto klimafreundlicher sind Elektro-Scooter unterwegs. Wegen eines verhältnismäßig geringen Energieverbrauchs der Fahrzeuge könne auch ein geringes Ersetzen von Pkw-Fahrten bereits zu deutlichen CO2-Einsparungen in der Gesamtbilanz führen. (dpa)

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