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Eurovison Song Contest

12.05.2017

ESC 2017: Warum ist Australien dabei?

Isaiah tritt mit dem Lied "Don't come easy" beim Eurovision Song Contest an. Warum ist Australien dabei?
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Eurovision Song Contest: Der Name klingt so, als würden nur europäische Länder teilnehmen. Doch auch aus Australien kommt ein Künstler zum ESC 2017. Warum ist das so?

Warum nimmt ein Künstler aus Australien am ESC 2017 teil? Das fragen sich  bestimmt viele, wenn am Samstagabend der Eurovision Song Contest aus Kiew ausgestrahlt wird.

Die Antwort in Kurzform: Es hat sich quasi so eingebürgert. Im Jahr 2015 hat Australien erstmals eine Ausnahme-Erlaubnis bekommen, am ESC teilzunehmen. Das Land auf der anderen Seite der Erdkugel musste sich damals nicht in einer der beiden Halbfinal-Runden qualifizieren, sondern wurde direkt für die Endrunde gesetzt. Die ESC-Veranstalter rechtfertigten das damals mit dem großen Interesse der Australier am Eurovision Song Contest. Im Prinzip konnte man die Aktion als PR-Gag zum 60. Jubiläum des Eurovision Song Contest werten.

ESC 2017: Warum Australien dabei ist

Der Eurovision Song Contest wird in Australien seit 1974 ausgestrahlt und ist sehr beliebt. Wie beliebt der ESC in Down Under ist, das zeigen die Zahlen: 2014 schauten 2,7 Millionen Australier zu, wie Conchita Wurst den Wettbewerb gewann. Das war schon ein Spitzenwert, gibt es doch nur gut 24 Millionen Menschen in dem Land. Im Folgejahr, als Australien dann zum ersten Mal selbst einen Künstler schickte, sahen sogar 4,1 Millionen Australier den Eurovision Song Contest. Der australische Teilnehmer Guy Sebastian landete damals mit seinem Lied "Tonight Again" auf einem respektablen fünften Platz.

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Nach der Ausnahme-Genehmigung zum ESC-Jubiläum gab Jon Ola Sund, Executive Supervisor des ESC, Ende 2015 bekannt, dass Australien auch 2016 wieder am Wettbewerb teilnehmen darf. Da gab es aber kein direktes Ticket in die Endrunde. Australien musste sich, wie alle anderen Teilnehmer-Länder auch, im Halbfinale für das Finale qualifizieren. Und auch 2017 ist Australien wieder dabei.

Dass Länder, die nicht zu Europa gehören, am Eurovision Song Contest teilnehmen, ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich. 1980 hat das in Nordafrika gelegene Marokko einen Teilnehmer geschickt. Und auch Israel wird 2017 wieder teilnehmen, wie auch schon in den vergangenen zwei Jahren. Woran das liegt? Der Eurovision Song Contest ist kein "European Song Contest", also kein europäischer Gesangswettbewerb.

Hier die Erklärung, die zunächst ein wenig kompliziert klingen mag: Zur Eurovision, dem internationalen Programmaustausch der Europäischen Rundfunkunion (EBU), gehören alle Länder, die aktives Mitglied der EBU sind. Für die Mitgliedschaft müssen die Länder einen nationalen Rundfunkdienst innerhalb der sogenannten Europäischen Rundfunkzone betreiben oder in einem Land, das Mitglied im Europarat ist. Und dazu gehören eben auch Länder wie Israel, Aserbaidschan, Armenien und Georgien.

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Diese deutschen Kandidaten traten beim Eurovision Song Contest an
Bild: Fritz Reiss/dpa

Und inzwischen scheint auch Australien dazuzugehören. Denn während es 2016 hieß, dass noch nicht darüber entschieden wurde, ob Australien dauerhaft am Wettbewerb teilnehmen darf, ist inzwischen auf der Seite der ESC-Veranstalter zu lesen, dass der australische Sender SBS ein Partner der Europäischen Rundfunkunion ist. Damit dürften wohl auch in Zukunft australische Künstler am Eurovision Song Contest teilnehmen.

Was passiert, wenn Australien den ESC 2017 gewinnt?

Übrigens: Falls Australien den Wettbewerb einmal gewinnen sollte, wird das Finale im Folgejahr trotzdem nicht auf der anderen Seite der Erde stattfinden. Die Veranstalter haben bekannt gegeben, dass im Falle eines australischen Sieges der Eurovision Song Contest im Folgejahr trotzdem in einer europäischen Stadt stattfinden wird. Die 43 Teilnehmer-Länder müssten also nicht mit Sack und Pack einmal um die Erdkugel fliegen. sli

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