Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Einen Monat nach dem Erdbeben: Wellblech gegen den Monsun

Nepal

25.05.2015

Einen Monat nach dem Erdbeben: Wellblech gegen den Monsun

Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal leben viele Menschen unter Plastikplanen. Damit sie sich vor dem bald beginnenden Monsun schützen können, wird Wellblech verteilt.
Bild: Hemanta Shrestha, dpa

Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal leben viele Menschen unter Plastikplanen. Damit sie sich vor dem bald beginnenden Monsun schützen können, wird Wellblech verteilt.

Nepal: Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben leben Hunderttausende Menschen noch unter Konstruktionen aus Bambus und Plastikplanen. "Das ist aber keine dauerhafte Lösung. In zwei bis drei Wochen beginnt der Monsun, dann brauchen die Menschen etwas Stabileres. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit", sagt Johanna Mitscherlich, die für die Hilfsorganisation Care in Nepal ist. Außerdem machen weitere Erdrutsche den Helfern zu schaffen. Einer blockierte am Wochenende den Fluss Kali Gandaki, zeitweise drohte eine Flutwelle. Bei dem Himalaya-Beben vor einem Monat, am 25. April, waren mehr als 8700 Menschen gestorben.

Der Monsun kommt - ein Wettlauf gegen die Zeit

Viele Organisationen seien dazu übergegangen, nun Wellblech-Stücke zu verteilen, sagte Mitscherlich. Sie könnten auch nach der Regenzeit beim Bau der Häuser verwendet werden. Rund acht Millionen Menschen sind laut UN-Schätzungen von dem Beben betroffen. Etwa eine halbe Million Häuser wurde zerstört, mehr als 250 000 schwer beschädigt. Begraben sind damit auch die Getreidevorräte und das Saatgut zahlreicher Menschen.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war die stärkste Erschütterung des Bodens in Nepal seit mehr als 80 Jahren.
15 Bilder
Heftigstes Beben seit 80 Jahren erschüttert Nepal - Bilder der Katastrophe
Bild: dpa/afp

Aufklärung über erdbebensicheres Bauen gefordert

"Normalerweise wird in Nepal mit Ziegeln und Lehm gebaut, aber das wollen die Menschen nicht mehr, sie suchen nach Alternativen", sagte Mitscherlich. Denn sie fürchteten, bei einem erneuten Beben wieder Familienmitglieder zu verlieren. Die internationale Gemeinschaft müsse die Überlebenden darüber aufklären, wie sie erdbebensicherer bauen können, sagte sie. "Nepal hat noch monate- und jahrelang Unterstützung nötig", ist sich Mitscherlich sicher.

Das gewaltige Beben der Stärke 7,8 brachte Hunderte Nachbeben mit sich. Auch am Montag zitterte die Erde wieder - sogar mit Stärke 5,0. Die Erschütterungen lösen immer wieder Erdrutsche aus. Weitere könnten im Monsun folgen, warnt die Diakonie Katastrophenhilfe. Damit könnten wichtige Zugangswege für Hilfsgüter blockiert werden.

"Alles ist so unsicher und beängstigend", sagte Sanji Puja aus dem besonders schwer getroffenen Distrikt Sindhupalchowk. Ihr Dorf Bhotang habe Hilfslieferungen mit Reis, Matten, Decken und Planen erhalten. "Aber das wird uns nicht vor Erdrutschen schützen. Wir müssen gehen", sagte sie.

Menschen wie Ishwor Shrestha aus Sindhupalchowk sind bereits zu Flüchtlingen geworden. "In unserer Ortschaft gab es 283 Haushalte. Die Hälfte der Menschen ist in einen anderen Teil des Landes gezogen", sagte Shrestha. Er habe ein Zimmer am Rand der Hauptstadt Kathmandu gemietet. "Jeder sucht jetzt nach Alternativen, weil der Regen in wenigen Wochen beginnt und es dann nicht mehr möglich sein wird, in Zelten zu leben."

Nepal: 26 Krankenhäuser durch Erdbeben beschädigt

Ein Erdrutsch formte am Wochenende einen natürlichen Damm für den Fluss Kali Gandaki. Aus Angst, die Blockade könnte brechen, brachten sich Tausende Bewohner flussabwärts in Sicherheit. Schließlich habe das Wasser des aufgestauten Sees den Damm überwunden und sei von selbst abgeflossen, erklärte die Polizei. Lokale Medien zeigten einen reißenden braunen Fluss, der aber seine Ufer nicht brach.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bei den Beben 26 Krankenhäuser beschädigt. Auf dem Land sei fast keines der Gesundheitszentren mehr benutzbar. Einen Monat nach dem Erdbeben sei die Katastrophe noch lange nicht vorbei, erklärte WHO-Regionaldirektorin Poonam Khetrapal Singh. dpa/AZ

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren