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Kriminalität

06.06.2020

Elf Festnahmen in neuem bundesweiten Missbrauchsfall

Nach Ermittlungen zu schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern hat die Polizei in mehreren Bundesländern Tatverdächtige festgenommen.
Bild: picture alliance, dpa (Symbolbild)

Nach Ermittlungen der Polizei Münster wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sind elf Tatverdächtige festgenommen worden. Der Fall hat große Dimensionen.

Bei Ermittlungen in einem neuen bundesweiten Missbrauchsfall hat die Polizei Elf Tatverdächtige festgenommen, gegen sieben Beschuldigte wurde Untersuchungshaft angeordnet. Es handele sich um sechs Männer und eine Frau. Der Hauptbeschuldigte sei ein 27-Jähriger IT-Techniker aus Münster. Die Ermittler hätten große Mengen an Datenträgern gefunden, die hochprofessionell verschlüsselt worden seien, sagte Kriminalhauptkommissar Joachim Poll am Samstag in Münster.

In einem Keller in Münster haben die Ermittler einen komplett eingerichteten, klimatisierten Serverraum gefunden. Er sei dem 27-jährigen Tatverdächtigen zuzurechnen. Das Speichervolumen der sichergestellten Daten liege nach ersten Erkenntnissen bei über 500 Terrabyte. Kriminalhauptkommissar Poll sprach von mehreren Hundert Asservaten an gefundener IT-Technik.

Bundesweiter Missbrauchsfall: Kinder wurden vor der Tat betäubt

Den Ermittlern sei es bis heute nicht gelungen, alle Daten zu entschlüsseln. Poll sprach von aufwendigen, kniffligen und mit viel Technik verbundenen Ermittlungen. Der 27-Jährige aus Münster sei in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Coesfeld für die IT-Technik tätig gewesen.Außerdem handele es sich um dessen Mutter aus Münster sowie um Männer aus Staufenberg, Hannover, Schorfheide, Kassel und Köln.

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Als Opfer wurden drei Kinder identifiziert. Sie seien 5, 10 und 12 Jahre alt, teilten die Ermittler am Samstag in Münster mit. Die sexuell schwer missbrauchten Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Körperliche Verletzungen haben die Kinder nicht davon getragen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll, in Münster. Die Kinder seien von Rechtsmedizinern untersucht worden.

Nach Lügde: NRW Innenminister machte Thema Missbrauch zur Chefsache

Nordrhein-Westfalen war seit Anfang 2019 wegen mehrerer Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Auf einem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe hatten mehrere Männer Kinder hundertfach über Jahre schwer sexuell missbraucht. Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach dem Fall Lügde das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt und die Arbeit der Ermittlungsbehörden in diesem Bereich verstärkt. (dpa/AZ)

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