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14.06.2009

Entführte Finnin frei - Millionen-Lösegeld

Entführte Finnin frei - Millionen-Lösegeld
Bild: DPA

Helsinki (dpa) - Durch fast zehn Millionen Euro Lösegeld wieder frei: Die finnische Industriellentochter Minna Nurminen hat zweieinhalb Wochen in der Gewalt von mindestens einem Kidnapper überstanden und ist seit der Nacht zum Samstag wieder frei.

Die 26-Jährige wurde in einem Wald nahe der Stadt Turku auf freien Fuß gesetzt. Ihr Gesundheitszustand sei "in Anbetracht der Umstände gut", teilte die Polizei am Sonntag mit. Beim Abholen des mit den Eltern vereinbarten Lösegeldes verlor ein Gangster tausende Euro in einem Parkhaus in Turku. Ein Finder lieferte das Geld bei der Polizei ab, die wenig später einen 44-jährigen Finnen als Tatverdächtigen festnahm. Der Jurist habe an der Universität Turku gearbeitet und im letzten Jahr bei Kommunalwahlen für die Sozialdemokraten kandidiert, berichteten finnische Medien.

Minna Nurminens Mutter Hanna Nurminen gehört zur Herlin-Familie, Eignerin des weltweit agierenden Fahrstuhlherstellers Kone. Die Mutter gilt als reichste Frau Finnlands. Sie gehört zu vier Geschwistern, die nach dem Tod des früheren Firmenchefs Pekka Herlin 2003 jahrelang einen erbitterten Erbschaftsstreit ausgetragen haben.

Nach Medienberichten verschwand Minna Nurminen am 27. Mai vor dem Familienwohnsitz in Helsinki. Die Eltern meldeten sie zwei Tage später als vermisst und arbeiteten bei ihren Kontakten mit dem oder den Entführern mit der Polizei zusammen.

Auch die Zahlung des hohen Lösegeldes sei abgesprochen gewesen, teilte die Polizei mit. "Am wichtigsten war ganz einfach, das Leben der Entführten zu schützen", sagte Fahndungschef Kari Tolvanen. Nach Angaben von Innenministerin Anne Holmlund betrug die Höhe des Lösegeldes zwischen acht und zehn Millionen Euro. Die Kripo fahndete mit Unterstützung des Militärs und unter strengster Geheimhaltung in ganz Finnland sowie im benachbarten Schweden nach den Kidnappern. Die Entführte sei während ihrer Gefangenschaft nicht physisch misshandelt worden, teilten die Behörden mit.

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