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Erdbeben auf Lombok
07.08.2018

Überlebender aus den Trümmern einer Moschee gerettet

Ein Erdbeben mit der Stärke 6,9 hat die indonesische Insel Lombok erschüttert, die bei Touristen beliebt ist. Mindestens 98 Menschen starben, viele Häuser wurden zerstört.
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Ein Erdbeben mit der Stärke 6,9 hat die indonesische Insel Lombok erschüttert, die bei Touristen beliebt ist. Mindestens 98 Menschen starben, viele Häuser wurden zerstört.
Foto: Aulia Ahmad, dpa

Die Naturkatastrophe kostete rund hundert Menschen das Leben. Ein Überlebender wurde nun geborgen. Wie Urlauber aus der Region das Unglück miterlebt haben.

Bei dem schweren Erdbeben, das am Sonntagabend die indonesische Insel Lombok erschütterte, sind mindestens 98 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 236 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt, mehr als 20.000 Einwohner mussten ihre teilweise oder ganz zerstörten Häuser verlassen.

Die Suche nach Verschütteten dauert noch an, wie ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde am Montag mitteilte. Es sei mit weiteren Opfern zu rechnen. Beschädigte Straßen, Brücken und fehlendes Personal erschweren die Bergungsarbeiten. In den Trümmern einer eingestürzten Moschee suchten Rettungskräfte nach Verschütteten - und wurden fündig. Ein Überlebender konnte aus den Trümmern geborgen werden.

Nun hoffe man, dort weitere Überlebende zu finden, schrieb ein Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde am Dienstag auf Twitter. Das Erdbeben der Stärke 6,9 hatte vor allem die Nordküste von Lombok am Sonntagabend (Ortszeit) erschüttert. Lombok ist eine kleinere Nachbarinsel von Bali.

Die Behörden rechnen mit weiteren Toten

"Zum Glück konnte jemand aus der eingestürzten Moschee gerettet werden", schrieb der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, auf Twitter. Allerdings rechne seine Behörde mit einer steigenden Zahl der Toten, denn Rettungskräfte erreichten immer mehr betroffene Gegenden. Ein Sprecher der zuständigen Provinzbehörde hatte bereits am Montag im TV-Sender Metro TV von mindestens 142 Toten gesprochen. 

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es kommt zu Vulkanausbrüchen.

Weite Teile des Katastrophengebietes waren auch am Montag von der Stromversorgung abgeschnitten. Viele Schulen blieben geschlossen, weil nicht klar war, ob die Gebäude noch sicher sind. Mehrere hundert Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Tausende flohen in Panik aus ihren Häusern.

Einer von ihnen ist der Augsburger Martin Koper. Er saß mit seiner Frau und seinem elfjährigen Sohn in einem Strandrestaurant auf Lombok, als die Erde unter seinen Füßen zu beben begann. „Das war eine Erschütterung, wie man sie kaum beschreiben kann. Sie kam von ganz tief unten“, erinnert sich der 39-Jährige. Er konnte sich mit seiner Familie an den Strand retten. „Das Restaurant wurde komplett zerlegt“, sagt Koper. Wegen einer Tsunami-Warnung musste die Familie anschließend auf einen steilen Berg flüchten. Zusammen mit rund 250 anderen Menschen verbrachten die Kopers auch die Nacht auf der Anhöhe. Die Warnung wurde erst nach einigen Stunden aufgehoben.

Die meisten Urlauber auf Lombok sind anderswo

Die größten Schäden richtete das Erdbeben an der Nordküste der Insel an. Auch die Hauptstadt Mataram wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Süden und der Westen, wo sich die meisten Urlauber aufhalten, ist weniger betroffen. Die Erschütterungen hatten eine Stärke von 6,9 und waren auch auf den nahe gelegenen Gili-Inseln und auf Bali deutlich zu spüren.

Die 19-jährige Franziska Hehl aus Landsberg hat das Unglück ebenfalls hautnah miterlebt. „Ich war in einem Laden, als das Regal plötzlich anfing zu wackeln. Ich dachte erst, da ist jemand dagegen gestoßen“, schrieb sie am Sonntagabend ihrer Mutter über den Nachrichtendienst WhatsApp. Die 19-Jährige macht mit ihrem Freund auf Bali Urlaub. „Ich bin dann raus auf die Straße und man merkte deutlich, wie die Erde bebt. Viele Menschen sind aus den Restaurants hinaus ins Freie gelaufen“, schrieb Hehl. Die 19-Jährige hatte Glück. Sie konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Die Insel Lombok war erst vor einer Woche von einem Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert worden. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben. Bei dem Beben am Sonntag wurde Medienberichten zufolge das Flughafengebäude auf Bali beschädigt. Der Flugbetrieb ist nach Angaben der Behörden aber nicht beeinträchtigt.

Binnen einer Woche wurde die indonesische Insel Lombok gleich zweimal von Erdbeben heimgesucht. Das aktuelle Beben hat die Insel jedoch noch stärker getroffen.
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Erdbeben erschüttert Indonesien - Die Bilder der Zerstörung
Foto: dpa, afp

Wohl keine deutschen Opfer beim Erdbeben auf Lombok

Von den Gili-Inseln, auf denen das Erdbeben ebenfalls Schäden hinterließ, wurden mehrere hundert Urlauber mit Booten in Sicherheit gebracht. Von Lombok aus wollten die meisten die Insel mit dem Flugzeug in Richtung Heimat verlassen. Der Reiseveranstalter Tui teilte mit, es würden sich derzeit 51 deutsche Tui-Urlauber auf Lombok oder den Gili-Inseln befinden. Die Gäste würden evakuiert, der Reiseveranstalter stehe in engem Kontakt mit den Behörden. Urlauber, die bis 31. August eine Reise nach Lombok oder auf die Gili-Inseln geplant haben, können ihre Reise bei Tui gebührenfrei umbuchen und stornieren. Das Auswärtige Amt teilte mit, die deutsche Botschaft in Jakarta stehe mit Betroffenen in Kontakt. Bisher gebe es keine Hinweise, dass deutsche Touristen unter den Todesopfern sind.

Nach Angaben der Behörden müssen auf Lombok voraussichtlich 20.000 Menschen aus dem Erdbebengebiet in Sicherheit gebracht werden. Hunderte Verletzte wurden vor beschädigten Krankenhäusern im Freien behandelt. Im Katastrophengebiet fehlt es an Ärzten und Hilfsgütern. (mit dpa)

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