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  3. Erdstoß: Bis zu 100 Tote nach Erdbeben in China

Erdstoß
09.08.2017

Bis zu 100 Tote nach Erdbeben in China

Naturkatastrophe weckt Erinnerungen an 2008: Damals starben 87000 Menschen

Nach einem starken Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan befürchten die Behörden zahlreiche Todesopfer. Bis zu hundert Menschen könnten in der bei Urlaubern beliebten Region getötet worden sein, die Zahl der Verletzten könnte sogar in die Tausende gehen, teilte die Katastrophenschutzbehörde gestern mit. Zu den Opfern zählten auch Touristen in einem Nationalpark. Fünf Tote wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua bereits offiziell bestätigt. Die zuständige Behörde schätzt, dass bis zu 130000 Häuser beschädigt worden sein könnten. Dies geht aus einer vorläufigen Bewertung der Lage in dem abgelegenen und dünn besiedelten Erdbeben-Gebiet hervor.

Nicht weit entfernt hatte es im Jahr 2008 ein Beben der Stärke 8,0 gegeben, bei dem 87000 Menschen ums Leben gekommen waren. Der Erdstoß gestern ereignete sich gegen 21.20 Uhr Ortszeit (15.20 Uhr deutscher Zeit). Das Beben traf den Bezirk Jiuzhaigou, eine Region, in der sich einer der berühmtesten Nationalparks des Landes befindet. Der Park mit seiner Seenlandschaft ist Unesco-Welterbestätte. Der staatlichen Zeitung People’s Daily zufolge wurde mindestens ein Tourist bei dem Beben in dem Park getötet. Vier weitere seien verletzt worden. Mehr als hundert weitere Menschen seien in dem Park eingeschlossen. Die Behörden wiesen junge Menschen an, dabei zu helfen, Bewohner in Sicherheit zu bringen, sagte ein Mitarbeiter des Nationalparks.

In der Stadt Jiuzhaigou rannten Menschen aus ihren Häusern, aus Angst, diese könnten einstürzen. Der Strom fiel aus. Auf Bildern in sozialen Netzwerken waren Menschenmassen auf den Straßen zu sehen, wo Trümmerteile verstreut lagen. People’s Daily zufolge waren mehr als 600 Feuerwehrleute und Soldaten im Einsatz.

Bei dem Erdbeben von 2008 waren zehntausende Gebäude eingestürzt, darunter auch tausende Schulen. Unter den Opfern waren mehr als 5000 Schüler. In den Berggegenden im Westen und Südwesten Chinas gibt es regelmäßig Erdbeben. Ebenfalls gestern kamen in Sichuan bei einem Erdrutsch in einer bergigen Gegend mindestens 24 Menschen ums Leben. (afp)

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