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"Fifty Shades Of Grey"

10.02.2015

Erika Leonard: Das ist die Autorin von "Fifty Shades Of Grey"

Mit ihrer fesselnden Geschichte ist Erika Leonard zur Multimillionärin geworden. Mit Detailversessenheit hat sie sich wilde Sexspielchen ausgedacht.
Bild: Victor Lerena, dpa

Erika Leonard ist mit „Shades of Grey“ zur bestverdienenden Schriftstellerin geworden. Über Sex spricht sie nicht gerne. Aber sie schreibt leidenschaftlich darüber.

Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Oder so ähnlich. Jedenfalls sollte er Humor haben, so wie Niall Leonard, Drehbuchschreiber, Schriftsteller, besser bekannt aber als der Mann, der mit Erika Leonard verheiratet ist. Also jener Frau, die ihre sexuellen Fantasien in den Weltbestseller „Fifty Shades of Grey“ verwandelt hat. Weil er nun ständig nach seinem Liebesleben gefragt wird, offenbarte Niall Leonard Folgendes: Er habe seiner Ehefrau zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest einen Dosenöffner geschenkt. Die habe daraufhin gesagt, er könne sich das Ding sonst wohin stecken. Das aber sei der gewagteste erotische Moment ihrer Ehe gewesen.

"Fifty Shades Of Grey" als Liebesgeschichte

Seine Frau Erika wiederum spricht gar nicht gerne über Sex. Sie sei eher der schüchterne Typ. Was auch schon wieder lustig ist: Schließlich hat die Britin unter dem Pseudonym E.L. James sich mit großer Detailversessenheit die wildesten Sexspielchen ausgedacht und nebenbei Sadomaso in der Light-Version gesellschaftsfähig gemacht. Die „Shades“-Trilogie jedenfalls wurde weltweit hundertmillionenfach verkauft, heute läuft der dazugehörige Film an. Seufz, stöhn.

Mit Sex also ist sie reich geworden. Was aber ja gar nicht ihr Ziel war. Was sie wollte: Etwas Abwechslung – zum einen im Job als Fernsehproduzentin, zum anderen in ihrer Ehe. Also schrieb sie mal los, veröffentlichte das erste Kapitel auf der Website fanfiction.net, das Ganze fand Anklang. Und – so die Legende – wenige Wochen später war Band eins fertig.

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Ist das aber nun eine fesselnde Story? Oder doch nur trashiger Softporno? Erika Leonard sieht sich jedenfalls nicht als literarische Nachfahrin vom Marquis de Sade. Dem wären wohl auch nicht, wie sie selbst zugibt, irgendwann die Metaphern für Orgasmus ausgegangen. Was sie sagt: Sie könne eine ordentliche Geschichte erzählen. That’s it. Und was die literarische Einordnung betrifft: Sie selbst bezeichnet ihr Werk gerne als Liebesgeschichte oder auch als Märchen. Das Wort „Sadomaso-Roman“ hört sie nicht gerne.

Erika Leonard wacht über die Verfilmung von "Shades Of Grey"

Daher, Stichwort Märchen, noch ein wenig mehr in diese Richtung. Sie ist nun Multimillionärin. Gönnt sich aber nach eigenem Bekunden nicht viel: neue Kleider, neues Auto, Maniküre. Und noch mehr Abwechslung im Job. Die Verfilmung ihres Werkes überwachte sie als Produzentin lieber selbst: „Ich bin 50, wann zur Hölle bekomme ich eine andere Chance, einen Film in Hollywood zu machen?“ Wie es heißt, soll sie am Set nicht ganz unkompliziert gewesen sein. Es ging um Werktreue, da mag man keine fremden Fantasien.

Nebenbei hat sie ihr nächstes Buch geschrieben. Sagt aber nicht, worum es nun so genau geht. „Es ist ganz anders als ,Fifty‘.“ Das werden dann vielleicht auch die Söhne lesen. Auf jeden Fall aber ihr Mann. Ihm widmete sie übrigens den ersten Band der „Shades“-Trilogie: „Für Niall, den Herrn und Meister meines Universums.“ Aha, aha!

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