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Republik Kongo

04.03.2012

Explosion in Munitionslager: "Schlimmer als ein Bürgerkrieg"

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Selbst in Kinshasa gab es Schäden nach der Explosion in der benachbarten Republik Kongo.
Bild: Junior D. Kannah

In der Republik Kongo hat eine Explosion in einem Munitionslager mehr als einhundert Tote gefordert. Außerdem wird von rund 1500 Verletzten ausgegangen.

Durch eine Explosionsserie in einem  Munitionslager in der Hauptstadt der Republik Kongo, Brazzaville, sind mehr als hundert Menschen getötet worden.

Es gebe "mehr als einhundert Tote und mehrere hundert Verletzte", sagte ein Regierungssprecher am Sonntagabend im Staatsfernsehen, ein europäischer Diplomat sprach von mindestens 150 getöteten Menschen. 

Nach übereinstimmenden Angaben brach in dem Munitionslager im Osten der Stadt am Morgen ein Brand aus.

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Präsident Denis Sassou Nguesso habe Sofortmaßnahmen eingeleitet, um den betroffenen Menschen zu helfen, sagte Innenminister Raymond  Mboulou. Apotheken seien zur Hilfe verpflichtet worden, Notunterkünfte würden eingerichtet. Im Explosionsgebiet seien  "viele Häuser wegradiert". Für genaue Angaben über Tote und  Verletzte sei es noch zu früh. Nguesso sagte am Unglücksort den Betroffenen Hilfe zu und kündigte eine Untersuchung der Unglücksursache an.

1500 Verletzte nach der Explosion

Der Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AFP, in Militärkliniken von Brazzaville seien 150 Tote und rund 1500 Verletzte eingeliefert worden. In zivilen Krankenhäusern würden  zahlreiche weitere Verletzte behandelt. Weitere Opfer, darunter  viele Männer in Militäruniform, erhielten erste Hilfe auf der  Straße, berichtete ein AFP-Korrespondent.

In dem Depot im östlichen Stadtteil Mpila ereigneten sich am  Morgen fünf schwere Explosionen. Nach Angaben aus Militärkreisen  wurden die Explosionen durch ein Feuer im Munitionslager der  Kaserne ausgelöst. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt.

Augenzeugin im Kongo: Was ich erlebt habe, war die Apokalypse

"Was ich erlebt habe, war die Apokalypse", sagte Augenzeugin Jeanette Nuongui, die einzige Überlebende von acht Bewohnern eines  Hauses. "Das ganze Haus ist eingestürzt. Meine Mutter, mein Vater,  meine beiden Brüder und meine beiden Schwestern sind gestorben.  Mein Leben ist nichts mehr wert", sagte Nuongui. Der Soldat und  Überlebende Victorien-Constant Obani beschrieb eine Szenerie  schlimmer "als ein Bürgerkrieg".

Die Straßen um den Unglücksort herum waren Berichten zufolge  menschenleer. Nur Kranken-, Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge waren  zu sehen. Die Einsätze in der Nähe des Munitionslagers waren  demnach jedoch schwierig, weil immer wieder kleinere Explosionen  erfolgten. Viele Menschen in weiterem Abstand zu dem Depot  verließen laut Zeugen ihre Häuser und flohen in Vororte.  Mancherorts sei eine regelrechte Panik ausgebrochen.

Nach der Explosion steigen über Brazzaville Rauchsäulen auf

Seit der ersten Detonation am Morgen stiegen über Brazzaville  Rauchsäulen auf, auch später waren noch leichte Explosionen zu  hören. Die fünf heftigsten Detonationen waren auch im benachbarten  Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, zu  hören, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Entlang des  Kongo-Grenzflusses zitterten die Fensterscheiben. AZ, afp

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