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Österreich

08.11.2013

Fall Natascha Kampusch: Rätsel um Tod des Chefermittlers

Der Tod des Chefermittlers im Fall Natascha Kampusch, Franz Kröll, gibt einigen immer noch Rätsel auf. Hat er sich gar nicht selbst umgebracht?
Bild: Paul Zinken, dpa

Der Chefermittler im Fall Kampusch, Franz Kröll, wurde eines Tages tot aufgefunden. Sein Bruder glaubt nicht an einen Selbstmord. Ein Gutachter bestätigt nun seine Zweifel.

Der Fall Natascha Kampusch liegt schon sieben Jahre zurück und doch gibt es immer noch Rätsel um den plötzlichen Tod des damaligen Chefermittlers Franz Kröll. Der war vier Jahre, nachdem sich Kampusch aus ihrer Gefangenschaft befreit hatte, tot auf seiner Terrasse in Graz gefunden worden. Er starb durch einen Kopfschuss. Offiziell hieß es, Kröll habe sich selbst umgebracht. Doch sein Bruder zweifelt schon Jahre lang daran. Auch ein Gutachter widerspricht jetzt der Selbstmord-Theorie.

Fall Natascha Kampusch war für Ermittler abgeschlossen

Als sich der Kampusch-Peiniger Wolfgang Priklopil am 23. August 2006 vor einen Zug warf, war der Fall Natascha Kampusch für die Ermittler in Österreich abgeschlossen. Doch Chefermittler Franz Kröll habe die offiziellen Ermittlungsergebnisse für Unfug gehalten. Seinen Angaben zufolge wurde er im Fall Kampusch kaltgestellt und abgeschoben. Das berichtet Spiegel Online. Akribisch habe Kröll dennoch Widersprüche und Indizien gesammelt. Eines Tages fand ihn seine Frau dann tot auf.

Bruder des Chefermittlers glaubt nicht Selbstmord

Bruder Karl Kröll glaubt nicht, dass sein Bruder Franz sich selbst das Leben genommen hat. Bislang kämpfte er vergeblich darum, dass der Tod seines Bruders neu aufgerollt wird. Er beauftragte Peter Leinzinger, Institutsleiter der Gerichtsmedizin Graz, ein Gutachten zum Tod von Franz Kröll zu erstellen.

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Wissenschaftler widerspricht Suizid-Theorie

Wie der Spiegel  berichtet, hat der Professor nun Karl Krölls Zweifel bestätigt. Der Wissenschaftler widerspricht auch der Suizid-Theorie der Ermittler. Diese hatten angegeben, dass sich der Beamte mit der linken Hand in die linke Schläfe geschossen habe. Doch der Gerichtsmediziner kommt zu dem Schluss, dass der Schuss eher von rechts erfolgte, heißt es in dem Medienbericht. Leinzinger spricht laut dem Nachrichtenmagazin von einem "angesetzten Schuss, allenfalls einem Schuss aus allernächster Nähe".

Auch auffällig: Der Chefermittler habe nach Angaben seines Bruders immer mit "Kröll Franz" unterschrieben. Unter dessen Abschiedsbrief habe aber "Franz Kröll" gestanden. Zudem seien laut dem Bruder die Abweichungen in der Schrift gravierend. Auch ein kleines Heftchen, in das der Ermittler sich immer Notizen gemacht habe, sei spurlos verschwunden.

Karl Kröll hofft nun, dass das Gutachten des Rechtsmediziners Leinzinger, eine parlamentarische Anfrage ermögliche. Gegenüber dem Spiegel sagte er: "Wissen's, der Fall muss doch endlich aufgeklärt werden."

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