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Fall Sophia L.
30.06.2018

Familie der getöteten Sophia erhebt Vorwürfe gegen Polizei

In Nordspanien wurde am Donnerstagnachmittag eine Frauenleiche gefunden. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um die 28 Jahre alte Studentin Sophia L. aus Leipzig.
Foto: Jesus Andrade/El Correo/dpa

Die Familie der getöteten Sophia L. hat in einem öffentlichen Schreiben Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Der Tatverdächtige ist derzeit in Spanien.

Im Fall der getöteten Tramperin Sophia L. könnten sich die Ermittlungen noch längere Zeit hinziehen. Man müsse zunächst abwarten, wie und wo das Verfahren weitergeführt werde, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Bayreuth. 

Am Freitag hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass es sich bei einer in Nordspanien gefundenen Frauenleiche um die seit mehr als zwei Wochen vermisste Studentin handelt. Ein DNA-Abgleich brachte Gewissheit. 

Die 28-Jährige wollte am 14. Juni von Leipzig nach Bayern trampen. Sie stieg an der Autobahn 9 in einen Lastwagen mit marokkanischer Zulassung, danach verlor sich ihre Spur. Sophia L. stammt aus Amberg in der Oberpfalz. 

Dringend tatverdächtig ist der 41 Jahre Lkw-Fahrer, den die spanische Polizei zwei Tage vor dem Leichenfund gefasst hatte. Auf welche Weise Sophia L. umkam, veröffentlichte die Polizei noch nicht. 

Da die bisherigen Ermittlungsergebnisse auf einen Tatort in Oberfranken schließen lassen, betreuen Staatsanwaltschaft und Polizei Bayreuth auf deutscher Seite den Fall, zuvor waren die Leipziger Behörden verantwortlich. Der Verdächtige ist derzeit in Spanien. Unklar ist, ob und wann er nach Deutschland ausgeliefert werden kann.

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Fall Sophia L.: Familie und Freunde kritisieren öffentlich die Polizei

Familie und Freunde von Sophia L. hatten sich am Freitag in einem offenen Brief über die Polizei beklagt. Demnach wurden erste Nachfragen der Eltern, die ihre Tochter als vermisst meldeten, nicht ernst genommen. Auch habe es Tage gedauert, bis es zwischen verschiedenen Polizeibehörden eine Verständigung darüber gegeben habe, wer für den Fall zuständig sei, anstatt der Familie zu helfen.

"Wenn das nächste Mal tief besorgte Menschen zu Ihnen kommen und ihre Tochter als vermisst melden, weil ihr Verhalten dem Gewohnten nicht entspricht, dann wünschen wir uns, dass Sie diese Menschen sofort ernst nehmen und nicht mit Verletzungen reagieren", heißt es in dem Schreiben. Und "streiten Sie sich bitte nicht tagelang mit sich selbst, welche Dienststelle zuständig ist", heißt es in dem Text vom Freitag weiter.

Die Angehörigen machen in dem Schreiben deutlich, dass sie sich bei der Suche nach der 28-jährigen Sophia zunächst allein gelassen fühlten. Die ersten Ermittlungserfolge kamen demnach nicht durch die Arbeit der Polizei, sondern durch Nachforschungen von Angehörigen und Freunden zustande, die über das Internet Suchaufrufe starteten. Man wolle sich derzeit nicht öffentlich dazu äußern, sagte der Polizeisprecher in Bayreuth. (dpa/afp)

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01.07.2018

Die Familie scheint meines Erachtens einer gewissen medialen Präsenz, in der sie ihre Ansichten kundtut, nicht abgeneigt zu sein. Ich empfinde dies als etwas würdelos.

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