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Festival in Sachsen
23.06.2019

Ostritzer kaufen Rechtsextremen das Bier weg

Das ganze Bier des Supermarktes in Ostritz wurde in einer Aktion von Bürgern aufgekauft und in einen Hänger verladen.
Foto: Daniel Schäfer, dpa

Das "Schild und Schwert Festival" lockt zahlreiche rechtsextreme Besucher ins sächsische Ostritz. Die Bewohner haben sich auf ungewöhnliche Art gewehrt.

Kein Bier für Nazis: Mit ihrem kreativen Protest gegen das rechtsextreme "Schild und Schwert Festival" haben die Einwohner im ostsächsischen Ostritz ein viel beachtetes Signal gesendet. Nachdem für die Veranstaltung ein Alkoholverbot verhängt worden war, hatte das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) am Samstag die Biervorräte eines Supermarktes aufgekauft.

Bewohner von Ostritz kaufen rechten Festival-Besuchern das Bier weg

"Wir sind froh, dass wir damit ein Zeichen setzen konnten für Bürgerengagement", sagte der Vorstandsvorsitzende der IBZ-Stiftung, Michael Schlitt, am Sonntag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Man habe auch damit klar gemacht, dass man in Ostritz keine Neonazis wolle.

Nach der gerichtlichen Bestätigung des Alkoholverbots für das Rechtsrock-Konzert auf dem Gelände eines früheren Hotels hatte die Polizei 4200 Liter Bier dort beschlagnahmt und bei Kontrollen der Anreisenden rund 200 Liter alkoholische Getränke eingezogen.

Auf dem Festivalgelände herrscht Alkoholverbot

In einer Spontanaktion kauften dann die Ostritzer laut Schlitt deutlich mehr als 100 Kästen Bier in einem Supermarkt auf. Es könne ja nicht sein, dass auf dem Gelände ein Alkoholverbot gelte und dann vor dem Markt Alkohol in großen Mengen getrunken werde. "Ich denke, dass wir damit geholfen haben, das Alkoholverbot umzusetzen." Wie teuer der Einkauf war, wollte Schlitt nicht sagen. "Das können Sie sich ja ausrechnen." 

Die Biervorräte seien nun erstmal eingelagert und sollten dann in absehbarer Zeit mit den engagierten Helfern getrunken werden. Wir werden in Kürze ein schönes Fest feiern und die Leute zu einem kleinen Umtrunk einladen", kündigte Schlitt an. (dpa)

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