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Kino

22.06.2017

Film-Kritik zu Transformers 5: Roboter in der Runde von König Artus

In der Rolle als Cade Yeager schlägt sich Mark Wahlberg ritterlich gegen außerirdische Kampfmaschinen.
Bild: Andrew Cooper/Paramount Pict.

Woher kommen die zerstörerischen Autobots? Transformers 5 erzählt die Hintergründe – und versteigt sich in die Welt der Ritter. Warum der Film nicht funktioniert.

Mit Autos, Flugzeugen und Raumschiffen, die sich mit ein paar Handgriffen zu imposanten Robotermonstern umbauen ließen, hat der US-Spielzeughersteller Hasbro in den 80er-Jahren ein Vermögen verdient. „Transformers“ nannten sich die Verwandlungsgefährte, welche die Allmachtsfantasien und die Technikbegeisterung kleiner Jungs gleichermaßen bedienten.

Ein Ende von Transformers ist nicht abzusehen

Einer von ihnen hieß Michael Bay. Der feierte später als Regisseur mit Filmen wie „Armageddon“ (1998) und „Pearl Harbor“ (2001) riesige Kassenerfolge und durfte sich deshalb in Hollywood den Kindheitstraum erfüllen, die Transformers auf der Kinoleinwand zum Leben zu erwecken. Dank der vielfältigen Möglichkeiten digitaler Bildgestaltung und einem großzügigen Budget waren der infantilen Zerstörungsfantasie keine Grenzen gesetzt. In nunmehr vier Folgen haben die „Transformers“-Filme während der letzten zehn Jahre weltweit fast 3,8 Milliarden Dollar eingespielt. Und es ist noch kein Ende in Sicht.

Schließlich ist im letzten Teil erst Mark Wahlberg als menschlicher Hauptheld an Bord gekommen. Sein Cade Yeager ist ein technikbegeisterter Erfinder und der einzig verbliebene Freund der sogenannten Autobots, die von der CIA mit unerbittlicher Härte verfolgt werden. Dabei gibt es auch im Transformerlager friedliebende Menschenfreunde rund um den Anführer Optimus Prime und knallharte Finsterlinge wie Megatron. Aber solche Feinheiten sind den Technikrassisten der Regierung nicht begreiflich zu machen.

Film-Kritik: Dieser Transformers-Teil scheitert episch

In Folge 5 geht es jedoch nicht nur um den ewigen Kampf zwischen Mensch und Maschine, sondern auch um den Ursprung der Transformers, die aus den Weiten des Weltalls auf die Erde gekommen sind. Nicht erst seit gestern sind die Roboter-Aliens unter den Menschen. Schon mit dem guten, alten König Artus – so wollen es die drei Drehbuchautoren in ihrem aufgeblasenen Skript – sollen die Roboter an der Tafel gesessen und sich dem Schutz der Menschheit vor dem Zugriff der bösartigen Decepticons verschrieben haben. Deren Schöpferin ist mit einem planetengroßen Raumschiff unterwegs, um die Menschheit samt Erde zu vernichten.

Und los geht es mit einem mythologisch notdürftig untermauerten Weltenretterplot, welcher nur als erzählerisches Stützgewebe für ausufernde Flucht- und Kampforgien im gefühlten Zehn-Minuten-Takt dient. Als Nachfolgerin von Megan Fox wird die britische Schauspielerin Laura Haddock ins Geschehen eingeführt und darf sich als Oxford-Dozentin im eng anliegenden Designer-Fummel am Kampfgeschehen beteiligen. Mit von der Partie ist auch Sir Anthony Hopkins – ein großer Schauspieler, der sich bekanntlich für nichts zu schade ist, wenn es der Aufbesserung der eigenen Rentenkasse dient. Als englischer Adelspatron kommt ihm die schwierige Aufgabe zu, die zwischen Rittersaga und Science-Fiction baumelnde Handlung durch ausufernde Erklärungen nachvollziehbar zu machen.

Das Sinnstiftungsvorhaben ist allerdings auf geradezu epische Weise zum Scheitern verurteilt. Vergeblich versucht Bays Film an gehaltvollere Blockbusterwerke wie „X-Men“ oder „Avengers“ anzuknüpfen, aber dafür fehlt dem Drehbuch einfach der Grips und den Figuren der notwendige Charme. Trotz cooler Sprüche und pathetischen Ansprachen wollen sich die hässlichen Roboter auch in dieser Folge nicht in tragfähige Charaktere transformieren.

Wertung: 2 / 5

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