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Waldbrände

17.10.2017

Flammen in Portugal: Nach dem Feuer kommt die Wut

Schon im Juni hatte in Portugal der Wald gebrannt. Auch damals lief vieles schief.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Viele Menschen sterben nach den Bränden in Portugal. Urlaubsregionen mussten evakuiert werden. Weshalb Einheimische nun aus Wut auf die Straße gehen.

Die Feuerstürme, die am Sonntag und Montag im Norden Portugals und in der spanischen Nachbarregion Galizien schwere Schäden verursacht haben, konnten gestern größtenteils unter Kontrolle gebracht werden – vor allem dank des Regens, der nach Monaten der Trockenheit einsetzte und von den Menschen mit Jubel und Applaus begrüßt wurde. Nach Angaben des portugiesischen Zivilschutzes kamen in den vergangenen Tagen in Portugal mindestens 38 Menschen ums Leben; sieben werden noch vermisst. Im spanischen Galizien starben vier Menschen.

Die Waldbrände breiteten sich rasend schnell aus

Es wird vermutet, dass Brandstiftung und Fahrlässigkeit die meisten Feuer verursachte. Für den Herbst ungewöhnlich hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und der an der iberischen Küste vorbeigezogene Wirbelsturm Ophelia hatten dann für eine schnelle Ausbreitung der Brände gesorgt. Die Flammen übersprangen sogar Autobahnen und den portugiesisch-spanischen Grenzfluss Miño.

In beiden Ländern wuchs am Dienstag die Wut in der Bevölkerung über mangelnde Brandvorsorge, fehlende Feuerwehrmänner und eine katastrophale Forstpolitik. Wieder einmal zeigte sich, dass die in Portugal wie in Galizien dominierenden Eukalyptuswälder erheblich zu den Großbränden beigetragen haben. Die leicht brennbare und lose Rinde der ölhaltigen Bäume wurde vom Wind weitflächig verteilt und wirkte wie ein Anzünder.

In vielen Orten in Galizien gingen tausende Menschen auf die Straßen, um zu protestieren. Sie riefen „Nie mehr!“ und forderten Reformen: Sie kritisierten unter anderem, dass die Regionalregierung erst Anfang des Monats über 400 Feuerwehrleute entlassen hatte.

Vier Monate nach den letzten Waldbränden wird Portugal erneut vom Feuer heimgesucht.
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Bild: Peter Kneffel, dpa
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