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Flugzeugabstürz über Sinai
06.11.2015

Bombe könnte im Frachtraum des Airbus explodiert sein

Ein riesiges Trümmerstück des abgestürzten russischen Airbus A321 in der Wüste auf der Sinai-Halbinsel.
Foto: Maxim Grigoriev/Russian Emergency Ministry (dpa)

Es gibt Hinweise, dass eine Bombe in den Frachtraum des abgestürzten russischen Passagierflugzeugs geschmuggelt worden war.

Die britische Regierung hat nach einem Bericht der BBC Hinweise darauf erhalten, dass eine Bombe im Frachtraum des abgestürzten russischen Passagierflugzeugs war. Die Informationen stützten sich auf abgehörte Gespräche von Milizen auf der Sinai-Halbinsel, berichtete der Sender am Freitag. Eine Quelle dafür nannte die BBC nicht. Die englische Zeitung The Times berichtet in der Freitagsausgabe, dass ein gemeinsamer Einsatz britischer Agenten und ihrer US-Kollegen offenbar die Erkenntnisse gebracht hat, die auf eine Bombe als Ursache für den Airbus-Absturz auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel schließen lassen.

Bombe könnte von Passagier oder Personal an Bord gebracht worden sein

Die Agenten hätten Satelliten eingesetzt, um die elektronische Kommunikation zwischen Extremisten der Organisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und in Ägypten abzufangen, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. "Der Ton und der Inhalt der Mitteilungen überzeugten die Experten, dass eine Bombe von einem Passagier oder von einem Mitglied des Flughafenpersonals an Bord gebracht wurde", hieß es in dem Bericht, der keine Quellen für seine Informationen nennt.

Der britische Premierminister David Cameron hatte zuvor gesagt, es sei "mehr als wahrscheinlich", dass der Airbus von einer Bombe zerstört worden sei, und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. US-Präsident Barack Obama sagte am Donnerstag in einem Radio-Interview: "Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass da eine Bombe an Bord war, und wir nehmen das sehr ernst."

Das Flugzeug russischen Fluggesellschaft Metrojet war am vergangenen Samstag kurz nach dem Start im ägyptischen Scharm el Scheich abgestürzt; alle 224 Insassen starben. Wegen des Verdachts, dass in Scharm el Scheich ein Sprengsatz an Bord der Maschine geschmuggelt wurde, hatte Großbritannien am Mittwoch alle Flüge dorthin gestoppt.

Nach Flugzeugabsturz werden heute Touristen nach Hause geholt

Am Freitag wollen unter anderem Thomas Cook, Easyjet und British Airways britische Urlauber nach Hause holen. Dabei werden besonders strenge Sicherheitsvorschriften gelten: Unter anderem dürften die Passagiere nur Handgepäck mitnehmen, sagte eine Regierungssprecherin. Britische Sicherheitsexperten sind in Scharm el Scheich, um zusätzliche Kontrollen durchzuführen.

Es sollen bis zu 20 000 Briten in der Region sein. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) befanden sich dort auch 2000 Deutsche. Auch deutsche, irische und niederländische Fluglinien strichen Verbindungen nach Scharm el Scheich. 

Am Samstag war ein russischer Ferienflieger mit 224 Menschen an Bord kurz nach dem Start in Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Niemand überlebte das Unglück. Die laufende Untersuchung hat noch keine Ursache ergeben. Die Ermittlungen könnten Monate dauern, sagte der Chef des russischen Luftfahrtamts, Alexander Neradko. afp/dpa

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