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Frankreich

26.01.2021

Franzosen schockiert: Jugendlicher wird ins Koma geprügelt

Selbst als der Teenager zu Boden gegangen war, wurde weiter auf ihn eingetreten.
Foto: Thibault Camus, AP/dpa (Symbolbild)

Eine Gewalttat entsetzt ganz Frankreich. Was passiert ist und wie es dem 15-Jährigen mittlerweile geht.

Keine 25 Sekunden dauert das Video, das durch die rohe Gewalt, die es zeigt, Frankreich aufwühlt – seit Tagen schon. Etwa zehn Halbwüchsige in Sportkleidung, kaum erkennbar durch Gesichtsmasken und Kapuzen, treten und schlagen darin auf einen Jugendlichen ein, immer wieder und auch mit einem schweren Gegenstand – selbst als ihr Opfer zu Boden gegangen ist. Dort lassen sie Yuriy dann einfach liegen.

Die Aufnahmen von Mitte Januar stammen von einer Überwachungskamera und wurden mit einem Smartphone abgefilmt. Ein anonymer Nutzer verbreitete sie später über Twitter, am Wochenende wurden sie frankreichweit bekannt.

Attacke in Frankreich: Seinen 15. Geburtstag verbrachte der Junge im Koma

Während sie auf Twitter wegen ihrer Brutalität nicht mehr auffindbar sind, machen nun Fotos eines zurückhaltend lächelnden Yuriy die Runde in sozialen Netzwerken, begleitet von zahlreichen Genesungswünschen. Seinen 15. Geburtstag am vergangenen Donnerstag verbrachte er im künstlichen Koma, nachdem er von dem Angriff ein Schädeltrauma davontrug. Gebrochen waren außerdem die Nase, ein Arm, die Schultern, einige Rippen und Finger. Mehr als sechs Stunden musste er operiert werden, weitere Augenoperationen stehen an.

In diesem Pariser Geschäftsviertel kam es zu der Attacke.
Foto: Ian Langsdon, dpa

Am Samstag erwachte er schließlich wieder aus dem Koma. Ihm gehe es etwas besser, sagte seine Mutter, eine in Frankreich lebende Ukrainerin, im Fernsehen: „Er versucht zu sprechen, er bewegt sich und das ist ein sehr gutes Zeichen.“ Wahrscheinlich werde ihr Sohn nicht gelähmt sein. „Aber wird er sich an uns erinnern, sprechen, arbeiten, Fußball spielen können wie vorher? Keiner weiß es. Dafür ist es noch zu früh.“ Noch im Krankenwagen hatte Yuriy seiner Mutter gesagt, er kenne die Täter nicht. Und: Er wolle nicht sterben.

Der Teenager könnte zwischen rivalisierende Banden geraten sein

Zu der schockierenden Gewalttat kam es im eher ruhigen 15. Arrondissement, ein Pariser Stadtbezirk, der nicht weit vom Eiffelturm entfernt ist – nicht in den berüchtigten Vorstädten also, sondern in einem Geschäftsviertel im Zentrum. Dort befindet sich Yuriys Schule. Er hatte sie an jenem Abend mit Freunden verlassen. Medien zitieren aus Ermittlerkreisen, dass er zwischen rivalisierende Banden geraten sein könnte. Er selbst wird als eifriger Schüler beschrieben; der Polizei war er nicht bekannt.

Noch am Tag der Tat eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags. Stadtteil-Bürgermeister Philippe Goujon versprach die Verstärkung von Patrouillen und beklagte die „in Paris seltene“ Brutalität der Tat. Diese wurde allerdings nur öffentlich, weil sie gefilmt und in sozialen Medien verbreitet wurde. Andernfalls wäre wohl kaum einer auf den Fall aufmerksam geworden. Der zog weite Kreise: Frankreichs Innen- und der Justizminister sagten zu, die Täter zu finden. Auch mehrere Prominente drückten dem Opfer und seiner Familie ihre Anteilnahme aus.

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