Newsticker
Gesundheitsminister wollen PCR-Tests nicht mehr für alle positiv Getesteten
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Freiburg: Polizei sucht weiter den Mörder von Joggerin Carolin G.

Freiburg
12.01.2017

Polizei sucht weiter den Mörder von Joggerin Carolin G.

In diesem Weinanbaugebiet des Ortes Endingen in Baden-Württemberg wurde die Leiche von Carolin G. gefunden. Die 27-Jährige war vergewaltigt worden.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Die Leiche der Joggerin Carolin G. wurde nahe Freiburg gefunden. Drei Wochen zuvor musste Studentin Maria L. sterben. Die Taten verunsichern die Region.

Zwei Mordfälle haben im vergangenen Jahr Freiburg erschüttert. Erst wurde die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. am Fluss Dreisam zum Opfer, rund drei Wochen später traf es die 27-jährige Joggerin Carolin G. aus dem nahen Endingen. Beide Frauen waren alleine unterwegs, beide wurden vergewaltigt.

Der Mord an Maria L. gilt als aufgeklärt nach der Festnahme des dringend tatverdächtigen jungen Afghanen Hussein K. Ende 2016. Im Mordfall Carolin G. muss Freiburgs Kripo-Chef Peter Egetemaier aber weiter darauf hoffen, dass sich bei Labor-Untersuchungen im Stuttgarter Kriminaltechnischen Institut Spuren ergeben. Nach wie vor werden dort Gestrüpp und Bodenproben aus dem Bereich des Fundorts der Leiche in den Weinbergen zwischen Endingen und dem Ort Bahlingen untersucht.

Egetemaier gibt sich optimistisch. Seine Hoffnung stützt er darauf, dass im Freiburger Mordfall Maria L. der afghanische Tatverdächtige durch das Auffinden eines Haares in einem am Tatort abgeschnittenen Brombeerstrauch identifiziert werden konnte. Bislang kamen die Ermittler im Falle Carolin G. nicht recht weiter. Die Vernehmung eines Zeugen, der am Tattag im November in den Weinbergen gesehen worden war, führte laut Sonderkommission „Erle“ nicht zu weiterführenden Hinweisen. Auch ein Zeugenaufruf in den Schweizer Kantonen Tessin, Thurgau und Schwyz brachte die Ermittler nicht weiter.

Es sollten sich Menschen melden, die sich eventuell am 6. November nachmittags in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben. Zeugen hatten von dort beobachteten Fahrzeugen mit Schweizer Kennzeichen gesprochen. Konkrete Hinweise auf die Fahrzeugbenutzer ergaben sich dadurch nicht, teilte die Freiburger Polizei gestern mit. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist inzwischen eine Belohnung von 28500 Euro ausgesetzt.

Ermittlungen zum Mord an Maria L. in Freiburg kommen voran

Die Sonderkommission „Dreisam“, die das Sexualverbrechen an der 19-jährigen Studentin Maria L. aufklärt, kommt dagegen voran. Polizeisprecherin Laura Riske zufolge sind inzwischen alle relevanten Zeugen identifiziert und befragt worden. Dazu gehören Teilnehmer der Studentenparty, von der Maria L. am Morgen des 16. Oktober den Heimweg in den Freiburger Osten angetreten hat, der Freundeskreis der Getöteten, aber auch zwei Frauen, die die Polizei als wichtige Zeuginnen eingestuft hat.

Eine von ihnen saß nachts gegen 1 Uhr – das zeigen Video-Aufnahmen – kurz neben Hussein K. in der Straßenbahn. Sie stand dann auf und setzte sich auf einen anderen Platz. Die Polizei geht davon aus, dass Maria L. die Studentenparty um 2.40 Uhr verlassen hat. Sie war dann mit dem Fahrrad auf dem Heimweg an der Dreisam entlang gefahren, als sie auf den Sexualverbrecher traf. Gegen 3 Uhr soll sie vergewaltigt und getötet worden sein.

Der tatverdächtige Hussein K. war nach seinen Angaben zur Tatzeit 16 Jahre alt. Das wird von der Staatsanwaltschaft angezweifelt. Sie hält ihn für älter, weil er sich auf der griechischen Insel Korfu schon 2013 als 16-Jähriger ausgegeben habe. Die Altersbestimmung durch eine wissenschaftliche Analyse, die die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hat, dauert noch an – mit einem Ergebnis wird in drei bis vier Wochen gerechnet. Hussein K. selbst äußert sich auch weiterhin nicht zu den Vorwürfen.

Unterdessen hat Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon von den Grünen seine Forderung bekräftigt, dass in Freiburg die Personalstärke der Polizei und deren Präsenz erhöht werden muss. Das sei ein Mittel, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wieder zu stärken.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.