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"Friss oder stirb"
31.12.2018

Kritik zum Tatort gestern aus Luzern: "Spannendes Kammerspiel"

Geiselnahme: Mike (Mišel Matičević) nimmt als "Rich Kid" Leonie Seematter (Cecilia Steiner) als Geisel.
Foto: Daniel Winkler, ARD Degeto/ORF

Der Tatort gestern aus Luzern war einer der besseren Fälle aus der Schweiz. Hier die Kritik in den Pressestimmen zu "Friss oder stirb".

Der Schweizer Tatort gestern aus Luzern zählte nicht unbedingt zum Top-Inventar der Krimi-Reihe: Die Quoten oft unterdurchschnittlich und auch die Kritik fiel meist eher bescheiden aus. So dürfte sich die Trauer bei vielen Tatort-Fans in Grenzen halten, wenn Flückiger und Ritschard nach 2019 in TV-Rente gehen und ein neues Team aus Zürich übernimmt.

Aber wie so oft beim Tatort, laufen die Kommissare auf Abschiedstour nochmal zu ordentlicher Form auf. Die Kritik zum neuesten Fall aus Luzern, "Friss oder stirb", jedenfalls fällt überwiegend gut aus. Die Pressestimmen.

Kritik zum Tatort gestern: Gut gemachter TV-Thriller aus Luzern

Regisseur Andreas Senn und insbesondere Kameramann Philipp Sichler schaffen eine dichte Atmosphäre der Bedrohung, bei der die Täter- und Opfermuster nicht klar umrissen bleiben. Zum Schluss hin scheint eine gewisse Misogynie durch. (...) Zweimal noch ermitteln die Luzerner bis Ende 2019, dann übernimmt Zürich den Schweizer Tatort. Um die unaufgeregten Ermittler Flückiger und Ritschard ist es schade, um Fälle wie diesen nicht unbedingt. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nach der kunstvoll entfesselten Schweizer Folge aus dem Kultur- und Kongresszentrum Luzern am Anfang der aktuellen Krimi-Saison endet das Tatort-Jahr an diesem Sonntag mit sinnlos tösendem Stillstand. Spiegel Online

Nehmen einfach mal hin, dass Luzern fortsetzt, was Tradition zu sein scheint im Tatort – auf den letzten Metern vor der Stilllegung laufen Kommissariate gern zu einer Form auf, die sie nie hatten. Welt

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"Friss oder stirb" degradiert den eigentlichen Mord an einer Universitätsdozentin zu einem Nebenstrang der Handlung. Ein Kniff, der dem letzten Fall des Jahres gut tut: So haben die zwei Welten - Geldelite und Proletariat - genug Platz, um in der großzügig geschnittenen Villa der Seematters mit voller Wucht aufeinander zu prallen. Nutznießer des mit vorgehaltener Waffe ausgetragenen Kulturkampfes sind die Zuschauer, die sich über einen wirklich gut gemachten TV-Thriller freuen dürfen. ntv

"Dieser Schweiz-Tatort ist nicht der schlechteste"

Die Schweiz besitzt mit Stefan Gubser zwar einen alpenländischen Cowboy, doch sein schauspielerisches Talent auszuspielen, wird ihm selten gewährt. Und obwohl auch Delia Mayer das Material dazu hätte, vernachlässigt man zu oft den Team-Spirit. In "Friss oder stirb", einer komischen Tragödie über einen mit allen miesen Wassern gewaschenen Wirtschaftsboss und einen notorischen Verlierer, der zum Geiselnehmer wird, wiegt dieses Defizit schwer. Neue Zürcher Zeitung

Regisseur Andreas Senn ist ein über weite Strecken packender Krimi gelungen. Beinahe der ganze Film spielt in der Villa des Unternehmers. Schon durch die räumliche Enge kommt Spannung auf. Auf moralische Bewertungen oder eine kluge Botschaft wird erfreulicherweise verzichtet. RP Online

Geiselnahme in gepflegter Atmosphäre. Dieser Schweiz-Tatort ist nicht der schlechteste. Bild

Tatort "Friss oder stirb": "Einer der besseren Schweizer Tatorte"

Das Tatort-Jahr 2018 endet mit einem Abenteuer aus Luzern, und wem noch immer der Kopf summt vor Experimenten mit Vampirismus oder verschobenen Zeitebenen, der wird von den Schweizern solide bedient. Regisseur Andreas Senn erzählt in "Friss oder stirb" mit seinen Autoren Jan Cronauer und Matthias Tuchmann eine Kidnapper-Geschichte, in der die Hälften der Welt es miteinander zu tun bekommen, die High Society mit der Working Class. Passt ganz gut auch zum Marx-Jahr, das sich ja ebenfalls soeben verabschiedet. Süddeutsche Zeitung

Der Schweizer Tatort ist ein spannendes Kammerspiel. Und belebt dabei ein angestaubtes Krimimuster. Der Tagesspiegel

"Friss oder stirb" ist einer der besseren Schweizer Tatorte. (...) Der Krimi ist kurzweilig mit realistischen Figuren gespickt, spannend bis zum Schluss und mit guter Musik untermalt. Zugegeben: Die Idee, ein Kammerspiel während einer Entführungsszenerie zu zeigen, ist natürlich alles andere als neu. Dennoch sieht man immer wieder gerne zu, wie eine Verzweiflungstat immer mehr ausartet. Einziges Manko: das überdramatische Ende, bei dem die Macher vielleicht ein wenig über die Strenge schlugen. Stern

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