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16.06.2009

"Fünfter Beatle" Voormann mit eigenem Album

«Fünfter Beatle» Voormann mit eigenem Album
Bild: DPA

München (dpa) - Klaus Voormann war oft dabei, wenn Musikgeschichte geschrieben wurde. Beim legendären "Concert for Bangladesh" stand er 1971 in New York neben George Harrison auf der Bühne.

Den "fünften Beatle" nannten sie ihn, nachdem er die Liverpooler in den sechziger Jahren in Hamburg kennenlernte und ein enger Freund der "Fab Four" wurde. Als Bassist der Band Manfred Mann machte er Bob Dylans "Mighty Quinn" zum Hit. Dabei hielt Voormann sich aber stets im Hintergrund. Ruhm, Ehre und das Scheinwerferlicht überließ er gerne anderen. Jetzt bringt der 71-Jährige sein erstes eigenes Album heraus.

Für "A Sideman's Journey" besuchte er alte Weggefährten und Freunde wie Paul McCartney, Ringo Starr oder Yussuf Islam, besser bekannt als Cat Stevens. Mit ihnen gemeinsam hat Voormann alte Songs in neuen Versionen aufgenommen - darunter auch das berühmte "Mighty Quinn" oder George Harrisons "All Things Must Pass" - gesungen von Yussuf Islam. Das Ergebnis stellte der Musiker am Montagabend in München vor. Am 17. Juli soll das Album in die Läden kommen.

Das "Heimweh" nach der Musik und der Arbeit mit anderen Musikern habe Voormann, der sich schon in den 70er Jahren aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hatte, auf die Idee gebracht, sich wieder mit alten Kollegen zusammenzutun und sich jetzt einmal an einem eigenen Album zu versuchen. "Ich habe das sehr vermisst", sagte er am Montag - dabei trug er ein T-Shirt mit John-Lennon-Konterfei. Der entscheidende Anstoß zur Umsetzung aber kam von seiner Frau. "Ich habe ihm einen Tritt in den Hintern gegeben", sagte Christine Voormann, die das Album, dessen Erlös auch in ein Hilfsprojekt für ein Indianer-Reservat in den USA fließen soll, mit ihm zusammen produziert hat.

"Fünfter Beatle" Voormann mit eigenem Album

Und so machte Voormann sich auf die musikalische Reise von Paul McCartneys Studio in der englischen Grafschaft East Sussex über London, München und Memphis bis nach Los Angeles, wo er gemeinsam mit Ringo Starr dessen Lied "You're Sixteen" neu einspielte. Der Ex-Beatles Drummer wollte sich allerdings auf das Schlagzeug beschränken und im Alter von fast 70 Jahren nicht mehr singen "You're sixteen, you're beautiful, you're mine" ("Du bist 16, du bist schön, du gehörst mir"). Diesen Job übernahm der junge Musiker Max Buskohl. Mit Anfang 20 ist er der mit Abstand jüngste Sänger, der auf "A Sideman's Journey" zu hören ist.

"Ich bin so etwas wie ein Chamäleon. Ich kann mich gut anpassen", sagt Bassist Voormann, der sich vor allem als Studio-Musiker einen Namen gemacht und auch mit Eric Clapton und Carly Simon zusammengearbeitet hat. Mit den Beatles hatte er sich schon in den frühen 60er Jahren auf der Hamburger Reeperbahn angefreundet. Wenige Jahre später entwarf Voormann, der nicht nur Musiker sondern auch Grafik-Designer ist, das Cover für deren legendäres Album "Revolver" und bekam dafür seinen Grammy - der zweite folgte für seinen Beitrag zu George Harrisons Album "Concert for Bangladesh".

"All die Menschen, mit denen ich so eng zusammengearbeitet habe, sind Freunde und bleiben Freunde, bis sie tot sind, was die meisten von ihnen leider schon sind", sagte Voormann. Bei seinen Besuchen konnte er mit seinen alten Kollegen in Erinnerungen schwelgen. "Du hast Dich nicht verändert", sagten viele seiner Freunde.

Und noch etwas scheint sich kaum geändert zu haben: Auch wenn er sein erstes eigenes Album hat, bleibt Voormann bescheiden. Nach einem Auftritt mit Yussuf Islam überlässt er dem Sänger das Scheinwerferlicht völlig, tritt sogar noch einen Schritt zurück und applaudiert ihm. Als Wolfgang Niedecken "Mighty Quinn" anstimmt, scheint er sich sogar fast hinter ihm und Peter Maffay verstecken zu wollen.

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