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Geburtstag

08.04.2021

Für immer Punk: Mode-Queen Vivienne Westwood wird 80

Die britische Designerin Vivienne Westwood ist eine Ikone der Modewelt.
Foto: Hannah Mckay, dpa

Vivienne Westwood ist Rebellin geblieben. Doch es geht der Mode-Königin dabei längst nicht mehr nur um Provokation – sondern um die Rettung unseres Planeten.

Das Alter hat Vivienne Westwood weder leiser werden lassen noch hat es ihre Entschlossenheit gestoppt, die Welt verändern zu wollen. Im Gegenteil. Anlässlich ihres 80. Geburtstags veröffentlichte die britische Designerin nun einen Kurzfilm, in dem sie die Gleichgültigkeit der Gesellschaft angesichts drohender Umweltkatastrophen anprangert. Wie schon in den 70er Jahren, als sie mit blau gefärbten Haaren die Sex Pistols einkleidete, tritt sie leidenschaftlich für die Themen ein, die ihr am Herzen liegen. Und wie immer gibt sie sich dabei schrill, bunt, extrovertiert. So ging Westwood stets durch ihr Leben.

Im vergangenen Jahr forderte sie – als „Kanarienvogel“ in schrillem Gelb gekleidet und eingesperrt in einen riesigen Vogelkäfig – die Freilassung des umstrittenen Wikileaks-Gründers Julian Assange. Einmal fuhr sie in einem Panzer vor das Haus des Ex-Premiers David Cameron, um gegen die umstrittene Fracking-Methode zur Rohöl-Förderung zu protestieren. Das Establishment mag sie nicht besonders, Politikern misstraut die Britin genauso wie den Medien. Auf Gepflogenheiten pfeift sie. Als die Queen sie 2006 zur „Dame Commander“ schlug, erschien sie im bodenlangen Abendkleid, aber ohne Unterwäsche – und sagte: „Ich weiß nicht, was die Aufregung soll. Ich trage nie Unterwäsche.“

Vivienne Westwood setzte sich für Julian Assange ein.
Foto: Victoria Jones, dpa

Vivienne Westwood heiratet den Manager der Punkband "Sex Pistols"

In der Grafschaft Derbyshire als Vivienne Isabel Swire geboren, arbeitete die Tochter eines Baumwollspinners und Kolonialwarenhändlers zunächst als Grundschullehrerin und heiratete den Tänzer Derek Westwood. Doch als sie Malcolm McLaren, Manager der Punk-Band Sex Pistols, kennenlernte, brach sie aus ihrem gutbürgerlichen Leben aus. Mit ihm eröffnete sie 1970 auf der Londoner Kings Road ihre erste Boutique „Let it rock“, die bald die Trends setzte und ständig neue Namen erhielt, je nach Stimmung. Westwood entdeckte ihr Händchen zum Stilbruch. Ihre Kreationen, für die sie gerne Stücke zerschnitten und wieder zu T-Shirts zusammengenäht hat, kamen bei den Kunden an.

Westwood macht schon Punk-Mode, bevor sie zum Mainstream wird

Auffallen um jeden Preis – so inspirierte sie die Punk-Mode, bevor diese zum Mainstream wurde. Da war Westwood längst weitergezogen. Weg vom Punk und weg von McLaren. Ihre rebellische Seite lebte sie weiter aus. Immer wieder ließ sie die Vergangenheit auf die Gegenwart prallen, brachte opulente Reifröcke aus dem Viktorianischen Zeitalter in exzentrischen und schrillen Varianten auf den Laufsteg oder bediente sich des französischen Rokoko-Stils. Alltagstauglich ist die Mode nur bedingt. Aber warum sollte sie das interessieren?

Westwood, seit 1992 mit dem 25 Jahre jüngeren Tiroler Andreas Kronthaler verheiratet und Mutter von zwei Söhnen, gehört zu den Großen in der oft flüchtigen Modebranche. Genau das will sie zur Rettung der Welt nutzen. Das sei wichtiger, als Dinge anzusammeln.

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