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10.12.2010

Garmischer Bergspitzen

Karl (Timothy Peach) bekommt durch das gemalte Bild seiner Tochter Isi (Pauline Brede) eine geniale Idee. (Bild: ARD Degeto/Christian A. Rieger)

Das Stückchen Schokolade mal so zwischendurch ist ein Genuss. Auch für Timothy Peach. Es kann aber auch zur Qual werden - wie bei den den Aufnahmen zu dem Film "Garmischer Bergspitzen", einer Regiearbeit von Dietmar Klein nach einem Buch von Eva und Horst Kummeth. Die ARD zeigt die Komödie am Freitag um 20.15 Uhr.

Der Schauspieler verspürt noch heute eine leichtes Magendrücken, wenn er an die eine Szene denkt: "Wohl 15 Mal musste sie wiederholt werden, und ich sollte jedes Mal ein Stück Schokolade essen. Ich habe unseren Kameramann angefleht: "Sieht man denn wirklich, ob ich die Schokolade tatsächlich esse?" Aber der blieb erbarmungslos: "Ja, das sieht man." Und schon war das nächste Stück Schokolade fällig."

Peach spielt einen begnadeten Chocolatier, der unentwegt über neue Pralinensorten nachdenkt. Ob Nougat oder Nuss - das wird ihm zur Weltanschauung. Sein Darsteller findet diese nahezu fanatische Besessenheit gar nicht so abwegig oder lächerlich: "Ich sinne ja auch ständig über meine nächste Rolle nach, obwohl das für den Rest der Welt am Ende gar nicht so wichtig ist. Ich glaube, für jeden Beruf, will man darin gut sein, braucht es eine hohe Portion innerer Leidenschaftlichkeit."

Umso härter trifft es einen Menschen, wenn er diesen Beruf plötzlich verliert. So wie hier Karl Sailer, dem plötzlich - nach Übernahme seiner Firma durch einen amerikanischen Süßwarenkonzern - aus gar nicht heiterem Himmel gekündigt wird. Und auch seine Frau, von Valerie Niehaus gespielt, verliert ihren Job als Hebamme in einem Krankenhaus. Schon sitzen sie da mit zwei Kindern und unbezahltem Eigenheim. Dem Karl bleibt kaum anderes, als aus der Wahlheimat Hamburg auf den urbayerischen Mutterboden zurückzukehren, obwohl ihn der Vater (Franz Buchrieser) von dort verbannt hat. Aber bei seinem einstigen Lehrmeister bekommt er eine berufliche Chance. Er muss nur mal rasch für einen anstehenden Wettbewerb die beste Praline der Welt komponieren.

Für die Rolle eines Bayernbuben, der sich oben im Norden das hanseatisch feine Nölen antrainiert hat und nun wieder im deftigen Dialekt seiner Heimat reden soll, hatte der in München geborene Sohn eines Briten das Bayerisch seiner Jugendtage wieder kräftig aufbügeln müssen: "Zuhause sprachen wir ja keinen Dialekt. Aber ich bin auf ein Gymnasium in einem Münchner Arbeiterviertel gegangen, da war es einfach nicht cool, miteinander Hochdeutsch zu reden."

Doch allmählich stellte sich das alt vertraute Idiom wieder ein. Und in stillem Entzücken sah Timothy Peach während der Aufnahmen auf die bayerische Landschaft rings um Garmisch-Partenkirchen: "Das war auch noch so ein richtig goldener Herbst. Und ich habe immer nur gedacht: So wunderbar kitschig wie hier die Natur ist ja keine Ansichtskarte anzuschauen." (dpa)

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