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Foto: Clara Margais, dpa
Foto: Clara Margais, dpa

Am Strand von Mallorca besteht nun die Pflicht, eine Corona-Maske zu tragen.

Urlaub und Corona
01.04.2021

Gefangen auf Mallorca: Erste Urlauber infizieren sich mit Corona

Von Ralph Schulze

Erste Urlauber haben sich auf der Baleareninsel mit Covid-19 angesteckt. Die Infektionsrate steigt wieder. Doch wer bezahlt eigentlich die Quarantänekosten?

Eingesperrt in einem Hotelzimmer, ohne Möglichkeit an den Pool oder an den Strand zu gehen – das blüht jenen Urlaubern, die sich über Ostern auf Mallorca mit dem Coronavirus anstecken. Das ist nicht gerade das, was man sich erträumt. Die ersten Ostertouristen hat es bereits erwischt. Wie die Inselbehörden bestätigten, befinden sich derzeit mehrere Feriengäste in Quarantäne. Unter den Betroffenen sind mindestens zwei deutsche Urlauber.

Es spricht vieles dafür, dass es auf der Mittelmeerinsel noch weitere Ansteckungen von Urlaubern geben wird. Denn die Corona-Inzidenz steigt nun auch im Ferienparadies, das Mitte März noch eine der niedrigsten Infektionsraten Europas meldete. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz auf den balearischen Inseln bei 37 Fällen pro 100.000 Einwohner. 85 Prozent aller Ansteckungen werden inzwischen auf die britische Variante zurückgeführt. Da auch in ganz Spanien die Infektionskurve wieder nach oben geht, verschärfte die spanische Regierung für das gesamte Land, also auch für Mallorca, die Maskenpflicht. Zunächst hatten Medien berichtet, sie gelte auch am Strand.

Alles gebräunt außer Mundpartie und Nase? Das soll nicht sein

Spaniens Reiseverband Exceltur protestierte gegen diese neue Maskenregel. Dies werde Touristen abschrecken. „Jetzt will die spanische Regierung die Strände in Feldlazarette verwandeln“, erklärte der Verband. Auch Mallorcas Regionalregierung hält die Maskenpflicht beim Sonnenbad für übertrieben und kündigte an, darüber mit Madrid verhandeln zu wollen. Die Regierung widersprach der Darstellung, die Maskenpflicht gelte am Strand: Sonnenbaden sei auch ohne Maske erlaubt.

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Foto: Clara Margais, dpa
Foto: Clara Margais, dpa

Urlauber am Check-in-Schalter auf dem Flughafen von Palma: Wer derzeit nach Mallorca fliegt, muss vor der Rückkehr nach Deutschland einen Coronatest machen.

Zuvor hatte bereits die neue Testpflicht für deutsche Inselrückkehrer für Aufregung gesorgt. Seit Dienstag müssen Inselurlauber vor dem Rückflug einen negativen Antigen-Schnelltest vorweisen, was zu einem Ansturm auf Mallorcas Testlabors führte. Einige große Hotels und manche Reiseveranstalter richteten eigene Teststationen ein. Auch auf dem Flughafen öffnete ein Testcenter – allerdings mit langen Wartelisten. „Alle Termine am Flughafen sind schon auf Tage ausgebucht“, klagen Reisende.

In dieser Osterwoche werden mehr als 500 Touristenflüge auf Mallorca erwartet. Die meisten Passagiere kommen derzeit aus Deutschland und der Schweiz, nachdem beide Länder Mallorca von der Liste der Risikogebiete gestrichen hatten. Bis Ostersonntag werden bis zu 50.000 Urlauber auf der Insel erwartet.

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Für einige Feriengäste war der Mallorca-Osterurlaub übrigens gleich nach der Ankunft auf dem Flughafen in Palma zu Ende: Dort wurde in den letzten sieben Tagen bei 18 Reisenden, die sich auf dem Airport einem Corona-Test unterziehen mussten, eine Infektion festgestellt.

Infizierte können auf Mallorca ins Quarantänehotel

Inzwischen gibt es Klarheit darüber, was mit infizierten Urlaubern geschieht: Wie Tourismusminister Iago Negueruela mitteilte, können jene, die nur leichte Symptome haben, entweder in ihrer Ferienunterkunft in Selbstisolierung gehen. Oder sie können sich in ein Quarantänehotel begeben, das sich in der Inselhauptstadt befindet. Bei dieser offiziellen Quarantäneherberge, die als Hilfskrankenhaus dient, handelt es sich um das Vier-Sterne-Haus „Palma Bay“, in dem medizinisches Personal zur Betreuung bereitsteht.

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Im „Palma Bay“ sind derzeit elf Quarantänezimmer besetzt. Unter den dort untergebrachten Patienten befinden sich wenigstens sechs ausländische Urlauber, zwei von ihnen sollen Deutsche sein. Und wer bezahlt, wenn Urlauber in Quarantäne oder sogar ins Krankenhaus kommen? Unterbringungskosten können nicht auf Basis der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) abrechnet werden, sagt Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes gesetzlicher Krankenversicherungen. Das heißt: Reisende müssen die Kosten für die Übernachtungen selbst zahlen, sofern der Reiseveranstalter oder das Hotel nicht anderweitig dafür aufkommen.

Keine Sorgen machen müssen sich in der Regel die Pauschaltouristen: Die meisten Veranstalter haben in die Buchung eine entsprechende „Covid-Police“ eingeschlossen.

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